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65. Song Contest ohne Ungarn: Homophobie-Vorwurf zurückgewiesen

Budapest/Wien/Ganderkesee (fs) – Im nächsten Jahr wird es wie immer sein. Der Eurovision Song Contest (ESC) wird ausgetragen und macht zumindest für einen Abend Millionen von Musikfreunde glücklich. Und dieses zum 65. mal. Ein Wettbewerb auch der Toleranz. Und schon gar nicht haben Fragen nach der sexuellen Orientierung dabei was zu suchen. Eigentlich. Doch wir haben nur zu gut noch in Erinnerung, wie sehr dieses Jahr der französische Künstler angefeindet wurde. Und in diesem Jahr ist es anscheinend Ungarn, was seine Teilnahme am ESC gestern abgesagt hat. Es soll sich um eine “fachlichen Entscheidung” handeln laut ungarischer Medienholding MTVA. Man wolle stattdessen „die Talente der ungarischen leichten Musik und die von diesen hervorgebrachten wertschaffenden Produktionen“ fördern.

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Gleichzeitig wies MTVA den Vorwurf zurück, dass Ungarn den ESC meide, weil er auch eine homosexuelle Ästhetik transportiert. Diesen Verdacht äußerten verschiedene europäische Medien.

Diese auf sexuelle Orientierungen verweisenden Medienmeinungen verletzen die Menschenwürde, die presseethischen Normen und den Rechtsstaat. (…) Allerdings kommt die Frage auf, warum dies die darüber berichtenden Medien tun. (…) Wir wollen feststellen, dass wir im Zusammenhang mit keinerlei Produktion, Ereignis oder Veranstaltung auf irgendjemandes sexuelle Orientierung achten.

MTVA in einer schriftlichen Stellungnahme

Zu den Homophobie-Vorwürfen kam es bereits Ende Oktober, als der regierungsnahe Journalist Andras Bencsik eine homophobe Aussage über den ESC in einer Talkshow des regierungsnahen Privatsenders HirTV traf. Der ESC sei eine “homosexuelle Flottendemonstration”. Ungarn dürfe “aus mentalhygienischen Gründen” daran nicht teilnehmen. “Kreischende Transvestiten und bärtige Frauen” hätten beim ESC “den Geschmack des Publikums verwüstet”, sagte Bencsik weiter.

Vergessen wir doch dieses mit Conchita Wurst belastete, geschmacklose, forcierte, propagandistische Festival des Andersseins.

Journalist Andras Bencsik

Bild: Screenshot

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