#Abschiebechallenge: Entsetzen über widerwärtige Twitter-Kampagne

Kreise rund um die rechtsextreme NPD nominieren ihnen missliebige Personen für eine symbolische Außerlandesbringung.

Twitter-User von und rund um die rechtsextreme Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) sorgen derzeit für Aufregung auf Twitter. Denn in ihren Kreisen kursiert eine neue “Challenge”. Dabei geht es allerdings nicht um eine riskante Mutprobe, sondern um Angriffe auf Personen, die man als politische Gegner erachtet.

SPD-Politikerin und Journalisten

In der “Abschiebechallenge” zeigen sich die Teilnehmer mit einem Schild, auf dem der Name einer Person aufgeführt ist, deren Außerlandesbringung man sich wünsche. NPD-Chef Frank Franz posiert etwa mit einem Zettel, auf dem der Name der SPD-Politikerin Sawsan Chebli notiert ist.

https://twitter.com/udovoigt/status/1112732748035342336

Auch andere bekanntere Gesichter der Partei sind am Start. Der ehemalige Vorsitzende und nunmehrige Europaabgeordnete Udo Voigt würde demnach Deniz Yücel abschieben lassen, “weil er ein übler Hetzer” sei. Dabei wirft er dem deutschen Journalisten ein acht Jahre altes Zitat vor, das laut “Correctiv”-Faktencheck aus einem satirischen Text stammt. Yücel gelangte zu größerer Bekanntheit, da er von Februar 2017 bis Februar 2018 in der Türkei wegen angeblicher “Terrorpropaganda” inhaftiert war.

Ebenfalls auf eine Journalistin abgesehen hat es Ricarda Riefling. Die Nutzerin, die sich selbst als “aktivistisch und revolutionär” sieht, kandidiert bei der kommenden Europawahl auf Listenplatz drei für die NPD. Auf ihrem Wahlsujet fordert sie die Abschaffung des Paragrafen 130 des deutschen Strafgesetzbuchs, der unter anderem Hetze, Gewaltaufrufe und die Verherrlichung des Nationalsozialismus verbietet.

Bild: Screenshot Twitter

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