AfD-Abgeordneter will aufrüsten und legal eine Waffe tragen dürfen

Muskulöse Oberarme, Lederkleidung, gelegentlich ein Eisernes Kreuz als Ohrstecker: Im Magdeburger Landtag gibt es nicht wenige, die den AfD-Abgeordneten Mario Lehmann bedrohlich finden. Im vergangenen Herbst erst kassierte der 48-Jährige eine Anzeige wegen Körperverletzung, weil er auf einer Herrentoilette einen Parteifreund geschlagen und bedroht haben soll, es steht Aussage gegen Aussage. Jetzt will sich Lehmann für den Alltag bewaffnen, und das ganz legal. Nach MZ-Informationen hat er beim Landkreis Harz einen Waffenschein beantragt.

Mit dem Papier dürfte er eine schussbereite Waffe stets bei sich führen. Zum Vergleich: Jäger und Sportschützen dürfen Waffen zwar besitzen. Für den Transport müssen sie diese aber getrennt von der Munition und verschlossen aufbewahren.

AfD-Abgeordneter Mario Lehmann: Spruch zu Nazi-Verbrechen

Mit einem Waffenschein hingegen ist es legal, im Alltag eine Pistole im Holster zu tragen. Diese Erlaubnis ist extrem selten und wird fast ausschließlich für Wachleute ausgestellt, die Geld- oder Werttransporte beschützen und die Waffe für ihren Beruf bei sich führen. Insgesamt haben derzeit 42 Sachsen-Anhalter einen Waffenschein.

In Sicherheitskreisen sorgt Lehmanns Antrag für Besorgnis. Der Abgeordnete aus Quedlinburg ist mehrfach mit extrem rechten Aussagen aufgefallen. Mitte Februar soll er den Völkermord an den europäischen Juden durch einen Vergleich mit der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg relativiert haben. Der 13. Februar 1945 sei „auch ein Holocaust“, heißt es in einem Facebook-Eintrag unter Lehmanns Namen. Auf MZ-Nachfrage sagte er, er habe den Bombenangriff nicht als Holocaust bezeichnet – eine Erklärung für den Eintrag lieferte er nicht.

Im Landtag beschimpfte er mehrfach Migranten als „Ficki-Ficki-Fachkräfte“. Beim bislang letzten Vorkommnis dieser Art musste Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch (CDU) die Plenarsitzung unterbrechen.

Bild: Oberhessische Presse

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