AfD: Identitäre Bewegung, Islamhass und ein ominöser Orden

Zusammenarbeit mit der rechtsextremen Identitären Bewegung, Islamhass und ein ominöser Orden: Der AfD-Co-Landeschef Dennis Augustin ist im Nordosten schon lange umstritten. Jetzt gerät er innerparteilich unter Druck.

Die Landesvorstandssitzung der AfD in Schwerin am Donnerstag musste abgebrochen werden, zu viel stand auf der Tagesordnung. Es ging dabei auch um das Verhalten von Dennis Augustin. Anfang April war bekannt geworden, dass der AfD-Co-Landesvorsitzende einem führenden Funktionär der rechtsextremen Identitären Bewegung (IB) im vergangenen September rund 1200 Euro überwiesen hatte.

Etwa zeitgleich war über den Co-Vorsitzenden der Identitären, Daniel Fiß, bekannt geworden, dass er bis Ende dieses Monats auch für den AfD-Bundestagsabgeordneten Siegbert Droese arbeitet.

Augustin bestätigte gegenüber WELT, dass er den Identitären für die Erstellung von Grafiken bezahlt habe. Fiß mache dies „professionell“ und sei dafür „leistungsgerecht entlohnt worden“. Augustin ging dabei nicht auf die Frage ein, wie oft er Fiß Geld überwiesen habe.

Finanzielle Unregelmäßigkeiten

Bei dem Treffen am Donnerstag ging es auch um die Frage, wie im Kreisverband von Augustin Fehlbeträge entstehen konnten, die sich laut Medienberichten auf 4400 Euro belaufen sollen.

Augustin bestreitet, dass es zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist. „Es gibt im AfD-Kreisverband Südwestmecklenburg keine finanziellen Lücken in Höhe von 4400 Euro“, sagte er WELT. Der ehemalige Kreisschatzmeister habe die Kasse „aufgrund privater und beruflicher Überlastung leider etwas unordentlich hinterlassen“, was ein „durchaus menschlicher Vorgang“ sei.

Der Partei sei aber „ein monetärer Schaden nicht entstanden“, und im Übrigen habe er, Augustin, als Kreisvorstandsbeisitzer „keinerlei Verantwortung für die Kasse“. Dennoch sei er „in den Medien mit den angeblichen Unregelmäßigkeiten in Verbindung gebracht“ worden, wofür Augustin Mitglieder der AfD verantwortlich macht.

„Es ist völlig klar, dass ich hier von parteiinternen Gegnern mithilfe der Medien gezielt beschädigt werden sollte.“ Wen er damit meint, sagte er nicht. Der andere Parteisprecher für die AfD in Mecklenburg-Vorpommern, der Bundestagsabgeordnete Leif-Erik Holm, wollte sich zu der gesamten Causa Augustin nicht äußern.

Ein ominöser Orden

Denn schon lange wird über einen ominösen „Orden“ gemunkelt, der sich im Kreis um Augustin am rechten Rand der AfD ausbreitet. Als Erkennungszeichen tragen die etwa 20 Männer ein kleines rotes Dolchkreuz an ihrem Revers, was den Jakobskreuzen entspricht, die im Mittelalter von Ordensrittern getragen wurden, welche während der spanischen „Reconquista“ (Wiedereroberung) gegen die muslimischen Mauren kämpften.

Bild: Screenshot Youtube

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