AfD könnte künftig in Görlitz den OB stellen

Am Tag der Europawahl wählt Görlitz auch sein Stadtoberhaupt. Die Abstimmung hat Signalwirkung für ganz Deutschland.

Sie ist nicht nur Sachsens sechstgrößte Stadt. Sie lebt auch wie kaum eine andere mit offenen Grenzen, betont das Zusammenleben der Menschen in Görlitz auf dieser und Zgorzelec auf der anderen Seite der schmalen Neiße. Europa pur. Das Schlendern von Deutschland nach Polen dauert nur Sekunden. Wenn hier auf der Grenze die Parole „Grenzen dicht“ mehrheitsfähig wird, dann ist das mehr als ein momentanes Bauchgefühl. Dann sagen die Menschen, was aus Europa werden soll.

Bei der Bundestagswahl haben sie in der Region bereits schockiert, als sie im Herbst 2017 das Direktmandat nicht dem prominenten Michael Kretschmer von der CDU gaben, sondern sich die meisten hinter den politischen Newcomer Tino Chrupalla von der AfD stellten. Deswegen rechnet sich die AfD nun aus, in Görlitz bei der Oberbürgermeisterwahl auch den ersten Oberbürgermeister Deutschlands stellen zu können. Dafür bietet sie für die Schlusskundgebung in Görlitz auch ihren Parteichef und Europaspitzenkandidaten Jörg Meuthen auf. Die anderen werfen ebenfalls ihre erste Riege an die Görlitzer Wahlkampffront, die CDU ihre Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, die Grünen ihren Chef Robert Habeck, die Linken ihren Ex-Fraktionschef Gregor Gysi.

Auch die Auswahl der Kandidaten unterstreicht, dass diese OB-Wahlen weit über Görlitz hinaus weisen. CDU, Grüne und AfD schicken Landtagsabgeordnete ins Rennen. Sie wissen: Immer wenn ein Amtsinhaber abtritt, so wie in Görlitz, werden die Karten neu gemischt.

Bild: peopleandpics – WordPress.com

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