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AfD nach Schüssen auf Kurden: “Wenn das wilde Kurdistan in Charlottenburg heimisch wird”

Am Dienstagabend wurde der 35 Jahre alte Kurde Nezar M. in einem “Spätkauf” in Berlin-Charlottenburg lebensbedrohlich niedergeschossen. Nezar M. ist ein Kurde aus Rojava (Syrisch-Kurdistan), der in seiner alten Heimat gegen die IS-Islamisten und das Assad-Regime gekämpft hat.

Dazu der Präsident des Zentralrats der Kurden in Deutschland Kahraman Evsen: „Während die vielen Kurdinnen und Kurden in Berlin und ganz Deutschland unter Schock stehen und beunruhigt sind über die Gewalteskalation vor ihrer Haustür, veröffentlichte die AfD Berlin gestern auf ihrer Facebook-Seite den folgenden dummen, völlig unangemessenen und pietätlosen Post:

Wenn das wilde Kurdistan in Charlottenburg heimisch wird, hilft nur Null-Toleranz-Politik.

AfD Berlin auf Facebook

Kahraman Evsen führt ferner aus: „Durch diesen Post wird das hässliche und menschenverachtende Weltbild der AfD offen zur Schau getragen. Die Äußerung der AfD ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht der Familie des Opfers, sondern aller Kurden.“

Die Kurden haben in Syrien und Irak gegen den IS-Terror gekämpft und dabei Tausende Tote zu beklagen gehabt. Sie haben sich nicht nur schützend vor die ezidischen, alawitischen, sunnitischen und christlichen Minderheiten in Syrien gestellt, sondern auch für die Sicherheit Deutschlands und Europas gekämpft.

Über eine Million Kurden leben seit Jahrzehnten in Deutschland. Sie sind hervorragend integriert, engagieren sich in Vereinen und Verbänden, arbeiten als Rechtsanwälte oder Ärzte und übernehmen Verantwortung in der Politik für die gesamte Gesellschaft. Auch von der AfD verdienen sie ein Mindestmaß an Respekt. Daher verurteilen wir als Zentralrat der Kurden in Deutschland diese ausgrenzende und rassistische Äußerung der AfD aufs Schärfste.

Kahraman Evsen

Das Mitgefühl gilt der Familie des Opfers und allen Kurdinnen und Kurden in Berlin. Wir wünschen Herrn Nezar M. schnelle Genesung und hoffen, dass die Verantwortlichen umgehend gefunden und zur Rechenschaft gezogen werden.

Bild: Screenshot Twitter

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