Antisemitische, rassistische Metalbands sollen in Wien teilweise auftreten

In München und Berlin wurde der Auftritt von zwei Bands nach Kritik linker Aktivisten abgesagt. In Wien soll zumindest eine der Gruppen auftreten.

Am Freitag werden im Wiener Club Grelle Forelle mehrere Metalbands auftreten. Zwei davon – die polnische Gruppe MGLA und die Supportband Deus Mortem – wird Antisemitismus und Rassismus vorgeworfen. Der Veranstalter des Konzerts in Wien, Redback Promotion, hat mittlerweile angekündigt, dass Deus Mortem deswegen nicht in Wien auftreten werde. Beim Konzert von MGLA bleibe es allerdings.

In München wurde ein für den 1. Mai geplanter Auftritt der beiden Bands abgesagt, nachdem linke Aktivisten einen offenen Brief an den Geschäftsführer des Veranstaltungsortes geschrieben haben.

Was den Bands vorgeworfen wird

Darin begründet das linke Bündnis gegen Antisemitismus, dass Paweł Pietrzak, Mitglied von Deus Mortem, auch bei der polnischen Rechtsrock-Band Honor und in der NSBM-Band (NSBM steht für National Socialist Black Metal, Anm.) Infernal War spiele. Deren Sänger habe in einem Interview folgende Aussagen von sich gegeben: “Ist es Politik, über den judeo-christlichen Völkermord und die Vernichtung der heutigen degenerierten, multikulturellen Welt zu singen? Ich denke nicht. Es ist keine Sache des Kompromisses, es ist eine Frage des Konzepts. Wir haben unsere Ansichten über nichts geändert. Sieg heil!”

Deus Mortem in für die Band typischer Pose / Bild: Screenshot Youtube

Auch MGLA sei in der NSBM-Szene gut vernetzt, heißt es weiters. Mikołaj Żentara, der Kopf der Band, habe mit seinem früheren Musikprojekt “Leichenhalle” etwa einen Song namens “Judenfrei” veröffentlicht. Eine Distanzierung von dieser antisemitischen Veröffentlichung sei nicht bekannt, schreiben die Aktivisten.

Plan B in München: Konzert gegen Antisemitismus

Im Münchner Kulturzentrum Backstage zog man in der Folge die Reißleine: Der Auftritt beider Bands wurde abgesagt, stattdessen findet am 1. Mai nun ein Benefizkonzert gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus statt. Die Vorwürfe gegen MGLA habe man nicht umfassend prüfen können, hieß es in einer Presseaussendung. Die Band habe aber eine rote Linie überschritten, indem sie Antisemiten – Deus Mortem – eingeladen habe und sich mit ihnen auf eine Bühne stelle. Auch in Berlin wurde die MGLA-Show abgesagt.

Bild: VassilMGLA Throne Fest Kuurne 10 05 2014 01CC BY 3.0

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