Mi. Jan 29th, 2020

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Antisemitischer Eklat um Mauerfall-Show: Veranstalter entschuldigt sich bei Israel

Berlin/Ganderkesee (fs) – Schön waren sie und emotional. Die Feiern am Brandenburger Tor zum 30. Jahrestag des Mauerfalls. Doch da ist auch noch ein antisemitischer Eklat. Während der Bühnenshow wurde plötzlich der hebräische Schriftzug “Schluss mit der Besatzung” (ins deutsche übersetzt) eingeblendet. Nun bat heute der Chef der Kulturprojekte Berlin beim israelischen Botschafter um Entschuldigung. Doch einigen ist das nicht genug.

Es geschah am Samstagabend beim Auftritt der Sängerin Anna Loos auf der Bühne neben dem Brandenburger Tor. Über Videoprojektoren eingeblendet, war für kurze Zeit der hebräische Schriftzug “Schluss mit der Besatzung” (ins deutsche übersetzt) zu lesen. In Israel kritisiert dieser Spruch die dortige Politik gegenüber den Palästinensergebieten. Der Chef der veranstaltenden Agentur Moritz von Dülmen hat sich für das Geschehen nach eigenen Angaben heute beim israelischen Botschafter entschuldigt.

Persönliche Entschuldigung beim Botschafter

van Dülmen sagte gegenüber dpa, dass ihm die Bedeutung des Schriftzuges überhaupt nicht bewusst gewesen wäre. Er stellt aber auch selber fest, dass es den Vorgang selbst aber nicht entschuldige. Das Zitat wäre ein mehr als unglücklicher Fehler gewesen. Am Sonntag sagte der israelische Botschafter Jeremy Issacharoff der Bild-Zeitung:

Am 9. November haben wir den Mauerfall gefeiert, aber auch würdevoll an die Pogromnacht vor 81 Jahren erinnert, die auch symbolisch für die Schrecken des damals nahenden Holocaust steht.

Issacharoff empfindet es als eine Schande, dass einige es für nötig gehalten hätten, dieses Ereignis für politische Zwecke gegen Israel zu instrumentalisieren.

Der Agentur-Chef sagte, dass er die Kritik verstehe:

Ich habe mit dem israelischen Botschafter telefoniert und mein Bedauern und meine Entschuldigung vorgetragen.

Am Sonntag bereits über Facebook sich erklärt

Bereits am Sonntag hat Kulturprojekte Berlin über Facebook versucht den Vorgang zu erklären. Der Schriftzug sei Teil einer künstlerischen Videosequenz über 20 friedliche Protestaktionen weltweit gewesen. Für “eine etwaige missverständliche Interpretation” entschuldigte man sich. Die Show wurde übrigens beim ZDF am Samstagabend live übertragen.

Die integrationspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion Berlin sagte am Montag, dass die Entschuldigung des Veranstalters nicht ausreichend sei:

Auch der Senat sollte sich davon unmissverständlich distanzieren. Wir werden das parlamentarisch eng begleiten.

Bild: Bestimmte Rechte vorbehalten von mompl

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