Antiziganist Bernd Lucke muss von der Uni Hamburg entfernt werden

Hamburg/Ganderkesee (fs) – Der Bildungsverein der Roma zu Hamburg e.V. hat heute durch seinen Vorsitzenden einen offenen Brief an die Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Fr. Fegebank geschickt.

Es ist nicht zu ertragen oder tolerieren, dass ein Bernd Lucke mit einer Antiziganistischen Aussage über Roma und Sinti einen Lehrstuhl in Hamburg inne hat. Bernd Lucke sagte 2014:

Das Problem sind eher Randgruppen wie Sinti und Roma, die leider in großer Zahl kommen und nicht gut integrationsfähig sind.

Sinti kommen nicht, sie sind seit über 600 Jahren Teil der deutschen Gesellschaft.

In diesem Zusammenhang drängt sich die Erkenntnis auf, dass Volksverhetzungen gegen Roma bis heute nicht richtig wahrgenommen werden oder in einem gesellschaftlichen Kontext gar toleriert werden. Hätte Lucke die selbe Aussage über jüdische Mitbürger getätigt, würden wir heute diese Diskussion nicht führen müssen, da der Antiziganismus entgegen dem Antisemitismus noch gesellschaftlich geteilt wird.

Der Bildungsverein der Roma zu Hamburg e.V. fordert eine sofortige Entlassung des Antiziganisten Bernd Lucke sowie eine Entschuldigung der Wissenschaftbehörde für die Missachtung der Minderheitenschutzrechte der Roma und Sinti in Hamburg.

Es geht in diesem Zusammenhang nicht um den Schutz der freien Rede, denn selbst die freie Rede hat ihre Grenzen, wenn sie gegen Minderheiten hetzt, die von den Nazis vernichtet werden sollten.

Offener Brief an Wissenschaftssenatorin und Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank

Sehr geehrte Frau Fegebank,

ich bin tief erschüttert, dass ein Mann wie Bernd Lucke eine Professur in Hamburg erhält.

Herr Lucke ist mit seiner Aussage von 2014 „Das Problem sind eher Randgruppen wie Sinti und Roma, die leider in großer Zahl kommen und nicht gut integrationsfähig sind.“ ein klarer Antiziganist. So eine Aussage ist im Jahr 2019 nicht hinnehmbar und auch nicht durch eine Entschuldigung seinerseits zu relativieren.

Möchten die Universität Hamburg und die Stadt Hamburg sich mit so jemand brüsten?

Ich fordere eine sofortige Entfernung aus dem Dienst für Herrn Lucke, ansonsten werden Sie sich dafür gegenüber der Gesellschaft und den Communities der Roma und Sinti in dieser unserer Stadt rechtfertigen müssen.

Im Besonderen durch meine Sensibilisierung der grünen Strukturen in Hamburg zu dem Thema Antiziganismus bin ich umso schockierter über den heutigen Umgang mit der Thematik.

Marko D. Knudsen
Vorsitzender

Bild: Frank Ossenbrink

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