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"Baby-Hitler": Seenotretter erzürnt über Kurz-Interview

Wien/Berlin/Ganderkesee (fs) – Der designierte Kanzler Österreichs Sebastian Kurz, hat mit seinem Interview in der heutigen “Bild am Sonntag” zur privaten Seenotrettung einen Sturm von Entrüstungen los getreten. In dem Interview hat der künftige Kanzler unter anderem gesagt, dass die private Seenotrettung ein “sehr heikler Bereich” ist.

Weil manchmal unterstützen private Seenotretter, ohne dass sie es wollen, die Schlepper. Und so führt das Vorgehen der privaten Seenotretter am Ende zu mehr Toten.

Sebastian Kurz (ÖVP) gegenüber der “Bild am Sonntag”

Kurz vertritt die These, dass sich durch das Retten im Mittelmeer immer mehr Menschen auf den Weg Richtung Europa machten. Dieses hätte dementsprechend zur Folge, dass auch mehr Menschen ertrinken würden.

Das bedaure ich zutiefst und werde es weiter bekämpfen. (…) Ein Modell der privaten Seenotrettung funktioniert nicht.

Sebastian Kurz (ÖVP) gegenüber der “Bild am Sonntag”

Diese von Kurz gebrauchte These nennt man Pull-Effekt. Diese ist nicht neu und auch Kurz hat diese These bereits zum wiederholten Male als Argument gegen die private Seenotrettung vorgebracht.

Mission Lifeline spricht vom “Baby-Hitler”

Kurz erfohrt nun gerade für ein Interview heftigsten Widerspruch. Gerade der Verein Mission Lifeline, der private Schiffe zur Seenotrettung von Migranten im Mittelmeer einsetzt, ist erzürnt. Über Twitter bezeichnet der Verein Kurz seine Einstellung als rechtsextrem und nennt ihn “Baby-Hitler”. Dieser Begriff erblickte 2017 in dem Satireblatt “Titanic” erstmal das Licht der Leserschaft und Öffentlichkeit.

Auch Sea-Watch wendet sich gegen den baldigen Bundeskanzler von Österreich:

Die Pullfaktor-These ist #Pullshit und wissenschaftlich widerlegt. Jedenfalls ist Seenotrettung nicht die Kernkompetenz des Kanzlers eines Staates ohne Meerzugang, der mit Stimmen seines korrupten Ex-Regierungspartners seine rassistische Abschottungspolitik vorantreiben will.

Sea-Watch in einer Pressemitteilung von heute

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