BAMF will geflüchtetes queeres Paar nach Malaysia zurück schicken

Der trans Mann Ong und seine Freundin Tina sind aus ihrer Heimat nach Deutschland geflohen.

Bei der Reisemesse ITB Berlin sagte der Tourismusminister von Malaysia, Datuk Mohammaddin bin Ketapi, zum Thema Homosexualität: «Ich glaube, wir haben so etwas nicht in unserem Land.» Tatsächlich werden dort queere Menschen verfolgt und unterdrückt. Wer kann, verlässt das Land. So wie Ong und Tina.

Ong (24) und Tina (21) sind seit drei Jahren ein Paar. Über gemeinsame Freunde haben sie sich einst bei Facebook kennengelernt. Gemeinsam kamen sie im Herbst 2018 nach Deutschland. Kanada stand auch noch zur Wahl, aber die Tickets waren zu teuer. Zuvor im August waren zwei Lesben verurteilt und in der malaysischen Großstadt Kuala Terengganu ausgepeitscht worden – man hatte sie zusammen im Auto erwischt, wo sie Sex hatten. In Folge des Urteils kontrollierte die Polizei nun verstärkt queere Menschen.

Die beiden sind daraufhin in eine andere Stadt geflohen. «Wir hatten Angst. Wir wollten nicht ins Gefängnis. Wir wollten einfach nur unser Leben leben. Da beschlossen wir nach Deutschland zu fliehen.» Am Flughafen, bei ihrer Ausreise, war es nochmal kritisch. Bei der Kontrolle wurde Ong wegen seiner kurzen Haare kritisch gemustert. Aber dann tauchte eine Gruppe von Chinesen auf, zu denen auch einige Mädchen mit kurzen Haaren gehörten – unter die mischten sie sich dann. Und so kamen die durch.

Malaysia ist ein sicheres Land. Ihr müsst Eure Beziehung eben verstecken

Bei ihrer Ankunft in Deutschland sagte man den beiden beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: «Malaysia ist ein sicheres Land. Ihr müsst Eure Beziehung eben verstecken.» Ihr Antrag auf Asyl wurde abgelehnt. Dagegen klagen sie nun.

Sich verstecken oder ihre Liebe, ihre Beziehung verheimlichen – das kommt für sie nicht in Frage. Zurückgehen können und wollen sie nicht. Ong hat seinen Job bei einem Telekommunikationsunternehmen verloren, weil er trans ist. Andere Jobs bekam er nicht: Man fürchtete, er könnte die anderen Mitarbeiter negativ beeinflussen.

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