Beatrix von Storch (AfD): Radio-Interview sorgt für Wut

Beatrix von Storch gehört zu den umstrittensten Politikern der AfD. 2018 brachte sie die Amokfahrt von Münster in Verbindung mit islamischem Terror, 2016 forderte sie in einem Tweet, an der Grenze auf Flüchtlinge zu schießen. Nun wurde die 47-Jährige vom Deutschlandfunk zum Thema Antisemitismus interviewt. Sie ist Antisemitismus-Beauftragte ihrer Partei.

Das führte bei vielen Beobachtern im Netz für Wut. Schließlich sorgte die AfD in der Vergangenheit immer wieder für Skandale, indem Politiker die Verbrechen der Nazi-Zeit relativierten.

Israels Botschafter will nichts mit der AfD zu tun haben

Erst vor wenigen Wochen erklärte Israels Botschafter Jeremy Issacharoff in einem Interview, dass er Kontakt mit der AfD bewusst meidet: „Mehrere Male hat ihr Führungspersonal Dinge gesagt, die ich als hochgradig beleidigend für Juden, für Israel und für das ganze Thema des Holocausts empfinde.“

Und weiter: „Ich finde es sehr schwierig, mir irgendeine Art von Gespräch mit Elementen vorzustellen, die irgendeine Form von Nostalgie für diese Vergangenheit verspüren.“

Das Interview in voller Länge vom Deutschlandfunk (DLF)

AfD-Interview sorgt für Wut

Dementsprechend negativ fielen die Anmerkungen vieler Nutzer aus, dass ausgerechnet Beatrix von Storch zum Thema Antisemitismus interviewt wurde:

https://twitter.com/ThougthsAsmbly/status/1134340170730418176

Von Storch durfte im Interview mit Deutschlandfunk-Moderator Christoph Heinemann zunächst tatsächlich relativ unwidersprochen die AfD-Sicht auf das Problem Antisemitismus erklären. Sie machte Muslime als Hauptproblem für deutsche Juden aus. Hintergrund war auch der Al-Kuds-Tag, an dem am Samstag weltweit Muslime gegen Israel protestieren. Eine solche Demonstration ist auch in Berlin geplant.

„Frau von Storch, sind sie als Antisemitismus-Beauftragte auch für Vogelschiss zuständig“

„Es geht ja nicht nur alleine um diese Demonstration. Da wird der ganze Hass auf die Straße getragen. Aber der Hass bricht sich da nur Raum“, so von Storch über den muslimischen Antisemitismus. Doch nach einigen Minuten wird das Interview wesentlich kritischer.

Da spricht Heinemann von Storch darauf an, dass der israelische Botschafter nichts mit der AfD zu tun haben will. Nachdem die AfD-Frau zunächst ausweichend antwortet, hakt der Moderator nach. Die Antwort: „Da müssen Sie ihn vielleicht fragen. Wenn bei uns antisemitische Äußerungen getätigt werden, dann folgen Parteiauschlussverfahren.“

Dann geht es weiter: „Frau von Storch, sind Sie als Antisemitismus-Beauftragte auch für Vogelschiss zuständig“, fragt Heinemann und spielt damit auf Äußerungen von AfD-Chef Gauland an, der behauptete hatte, die NS-Zeit sei bloß ein Vogelschiss in „1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte.“

Äußerungen von Gauland zur NS-Vergangenheit

Dafür habe Gauland sich bereits entschuldigt, so von Storch bissig: „Das brauchen wir glaube ich nicht mehr aufzuwärmen.“ Doch Heinemann lässt nicht locker: „Wie wirkt Gaulands Ehrerbietung gegenüber der Wehrmacht auf Israelis?“ Der 78-Jährige hatte behauptet, die Deutschen hätten das Recht, „stolz zu sein auf Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen.“

Bild: Mutter ErdeBeatrix von Storch vor dem Bundeskanzleramt, August 2017 (2), Ausschnittvergrößerung von Frank Schurgast, CC BY-SA 4.0

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