03.05.2018, Berlin: Discussion: Reconquista Internet Speaker: Rayk Anders, Patrick Stegemann, Jan Böhmermann Die re:publica ist eine der weltweit wichtigsten Konferenzen zu den Themen der digitalen Gesellschaft und findet in diesem Jahr vom 02. bis 04. Mai in der STATION-Berlin statt. Foto: Jan Michalko/re:publica

Böhmermann: AfD-Wähler sind keine Protestwähler

Ganderkesee (fs) – “Das sind entweder alles schlechte Satiriker oder eben Rechtsextreme, die von sich glauben, nicht rechtsextrem zu sein.” So äußerte sich der Moderator Jan Böhmermann kürzlich in einem Spiegel-Interview über den Rechtsruck in Ostdeutschland.

Der Frontmann des ZDF wenn es um schlechte Realsatire und Comedy, was er jedoch in einem Perfektionismus auf die Spitze treiben kann, ist natürlich Jan Böhmermann. Im nächsten wechselt er mit seiner Show direkt ins ZDF-Hauptprogramm. Im direkten Anschluss an diese Bekanntgabe erschien im “Spiegel” ein Interview mit dem 38-jährigen Moderator,. Darin sprach Böhmermann auch über den Rechtsruck in den neuen Bundesländern.

27 Prozent wählen in Sachsen Rechtsextreme. Das sind keine Protestwähler. Das sind entweder alles schlechte Satiriker oder eben Rechtsextreme, die von sich glauben, nicht rechtsextrem zu sein.

ZDF-Moderator Jan Böhmermann gegenüber dem “Spiegel”

Die angeklagten NS-Schergen in den Nürnberger Prozessen haben laut Böhmermann genauso argumentiert.

Niemand von uns war ein Nazi, niemand hatte was zu sagen, wir haben bloß, ohne darüber nachzudenken, gedacht, was alle anderen gedacht haben. Albert Speer war überzeugt, kein echter Nazi zu sein

ZDF-Moderator Jan Böhmermann gegenüber dem “Spiegel”

Mit seinen Argumentationen und Antworten auf die Fragen des “Spiegel” zeigte Jan Böhmermann erneut, was er für ein hervorragender und schlagfertiger Rhetoriker sein kann. Und er zeigt eindeutig Kante. Beispielsweise auch auf die Frage, ob es denn nicht aller nur zur Verhärtung beitragen würde, wenn man Menschen als Rechte stigmatisiere.

Du wirst nicht deswegen zum Nazi, weil dir jemand beweist, dass dich das, was du eben denkst und tust, als Nazi qualifiziert. Das passiert leider vorher. Man hätte den Nationalsozialismus nicht verhindert, wenn man aufgehört hätte, Hitler einen gefährlichen Nazi zu schimpfen, und ihn stattdessen zu Maischberger oder zum ‚NZZ‘-Interview eingeladen hätte. Damit er mal seine Sicht der Dinge erklärt. So funktioniert das nicht.

ZDF-Moderator Jan Böhmermann gegenüber dem “Spiegel”

Frank Schurgast

Bild: re:publica from Germany, Re publica 18 – Day 2 (40057147600)CC BY-SA 2.0

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