Cottbus: Die Kunst ist frei – für die AfD zu frei

Die Kunst ist frei. Für die Brandenburger AfD möglicherweise zu frei. Sie fragt, wieso ein Theater wie das Piccolo in Cottbus, das ein Stück wie “KRG.” bringt, mit öffentlichen Geldern finanziert wird. Das Theater reagiert mit einer Einladung – doch keiner kommt.

Das Cottbuser Kinder- und Jugendtheater Piccolo ist in den Fokus der AfD geraten. Stein des Anstoßes ist das Stück “KRG.” Eine Inszenierung, in der sich Jugendliche mit dem Thema Faschismus auseinandersetzen.

Dafür gab es Theater- und Demokratiepreise, Lobeshymnen, überregionale Auferksamkeit – aber auch eine Anfrage der AfD im Brandenburger Landtag. Fraktions- und Parteichef Andreas Kalbitz erkundigte sich, wie und warum das Piccolo-Theater gefördert werde und was dort sonst so gespielt werde.

Das Theater hat reagiert – mit einer Einladung an alle Landtagsabgeordneten und ausdrücklich die der AfD, sich das Stück anzuschauen. Damit die Landespolitiker wissen, worüber sie streiten.

Stell Dir vor, es ist Krieg (und keiner geht hin)

Donnerstagabend. Volles Haus, am Ende stehende Ovationen, allerdings nicht von den Gästen aus der Politik. Jeder einzelne Politiker aus Landtag und Kabinett war persönlich eingeladen worden. Gekommen ist keiner. Nur eine Grüne und ein Linker sagten wegen Krankheit ab. Gekommen sind dafür Leute aus der Stadt, Kollegen vom Staatstheater und Lehrer, die sich spontan ihre Klassen geschnappt hatten.

Ein Jugendtheaterstück, das so sehr für Furore sorgt, dass sich die AfD daran stört – eine wirksamere PR hätte man sich nicht ausdenken können, lautet der lakonische Kommentar von Piccolo-Chef Reinhard Drogla. Die Beziehung mit der AfD sei eine Fernbeziehung, “die waren ja noch nie hier”, bemerkt er. “Sie interessieren sich offenbar sehr für uns und gleichzeitig finden wir es ein bisschen komisch, dass man sich so intensiv interessiert, ohne sich zu kennen.”

Bild: svolks / https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Svolks

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