Das gefährliche Ziel vom Staatsstreichorchester

Bei den rechtsextremistischen Pamphleten des sogenannten Staatsstreichorchesters geht es zumeist um Morddrohungen. Doch konkret wurde diese Neonazi-Bande kaum.

Doch mit der letzten Mail, scheint sich hier etwas zu ändern. Man ist gewillt sich über die weitergehenden Ziele zu äußern. Wage zwar, aber ein kleiner Einblick in die krude Welt der Rechtsradikalen wird möglich.

Der Einblick

Laut eigener Aussage ist es das Ziel des Staatsstreichorchesters den NSU 2.0 weiter zu einer internationalen, rechtsextremistischen Terrororganisation auszubauen. Dabei will man lediglich die Infrastruktur zur Verfügung stellen, “die andere nach Belieben nutzen können”, so die Neonazis. Diese Strukturen werden sicherlich im Darknet wieder zu finden sein. Hier bewegen sich die Macher des Staatsstreichorchesters recht sich vor Zugriffen von Außen und können im Deep Web weiter ihre radikalen Ideologien verbreiten und andere Rechte und Neonazis weiter aufstacheln.

Die üblichen chan-Kanäle scheinen den Neonazis nicht mehr auszureichen. Sie weisen darauf hin, dass ihnen diese Kanäle nicht mehr radikal genug sind. Im Gegensatz zu der eigenen Plattform. Diese preist das Staatsstreichorchester als die Zukunft an. Angeblich könne diese Plattform im Deep Web nie beschlagnahmt werden. Und Zensur gibt es schon gar keine.

Internationale Ausrichtung

Wichtig scheint den Neonazis die internationale Ausrichtung zu sein. Wahrscheinlich ist ihnen vor allem die Kommunikation zu den amerikanischen und russischen Kameraden wichtig. Hier finden anscheinend auch die diversen Mordaufrufe und Todeslisten ihren Platz. Schockierend diese Vorstellung: Ein Marktplatz für gewalt- und tötungsbereite Neonazis.

Wir können mit Gewissheit sagen, dass unsere Freunde als erstes in Deutschland zuschlagen werden, denn dafür werden wir die privaten Spenden, die sich gegenwärtig auf 100.000 € belaufen, verwenden.

Staatsstreichorchester

Weitere Einblicke gewähren die Neonazis nicht wirklich. Eher sind es die üblichen, alten Kommunikationsstrategien:

Dank der Spenden verfügen wir nun über die Mittel, für Morde zu bezahlen und alles, was wir jetzt nur noch tun müssen, ist, uns zurückzulehnen, abzuwarten und zuzuschauen, wie das Zeitfenster der Bundesregierung, indem sie noch halbwegs günstig und mit geringen Kollateralschäden ihren Hals aus der Schlinge ziehen können, immer kleiner wird, bis es endgültig verschwindet und weitere Gleichgesinnte zu uns stoßen werden, weil wir ihnen nicht nur eine Perspektive bieten, sondern auch die Möglichkeit ihre Sehnsüchte durch das Morden der Feinde des deutschen Volkes und der weißen Rasse zu befriedigen.

Staatsstreichorchester

Wie glaubhaft ist es?

Die Frage ist, wie glaubhaft diese gewährten Einblicke sind. Ist so eine Struktur überhaupt vorstellbar. Alles hört sich eher nach einem rassistischen SiFi-Roman als nach der Realität an.

Und trotzdem darf man diese Einblicke nicht einfach als eine krude Spinnerei abtun. Nein, man sollte sie tunlichst ernst nehmen. Technisch sind alle Voraussetzungen vorhanden um sich große weltumspannende Netzwerke aufzubauen. Dafür bedarf es heute nur noch einen einzigen Menschen der sich auf Hard- und Software sowie auf das Programmieren versteht. Womit hier nicht wieder die Theorie eines Einzeltäters aufgefrischt werden soll. Das dachten schon einmal die ermittelnden Behörden.

Dem Staatsstreichorchester geht es darum Angst und Misstrauen zu verbreiten. Aber es geht scheinbar auch darum Taten nun folgen zu lassen. Insofern ist Obacht geboten.

Frank Schurgast

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