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Eine Spirale der Radikalisierung: Neues Forschungsprojekt

Osnabrück/Bremen (fs) . In den letzten Jahren lässt sich in der Gesellschaft eine Polarisierung feststellen, die mit Bedrohungswahrnehmungen zwischen Sozialgruppen einhergeht. Daraus resultierende Radikalisierungen, die sich gegenseitig bedingen, werden in dem neu gestarteten Projekt von Prof. Dr. Dr. Rauf Ceylan aus dem Institut für Islamische Theologie untersucht und Präventionsmaßnahmen erarbeitet. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 224.000 Euro gefördert.

Eine besondere Bedeutung kommt der (wahrgenommenen) Bedrohung durch den radikalen Islam zu. Diese, so die These, schafft in der deutschen Gesellschaft die Gelegenheitsstruktur für eine Spirale potentieller Radikalisierung, insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. So ist zu beobachten, dass sich ein Teil junger Muslime und Muslima aufgrund einer empfundenen Ablehnung in Sicherheit verheißende (oft konservativ-religiöse) Kollektive zurückzieht, die ein Einfallstor für Radikalisierung darstellen können.

Im Gegenzug findet in Teilen der nichtmuslimischen Bevölkerung eine durch Ängste beförderte Radikalisierung in Richtung Rechtsextremismus statt, die wiederum eine Radikalisierung im linken politischen Spektrum befördert. Das beantragte Projekt untersucht empirisch gestützt bislang wenig beachtete gesellschaftliche Aspekte dieser „Radikalisierungsspirale“ und erarbeitet auf der Basis dieser Ergebnisse Präventionsmaßnahmen für den Bildungsbereich.

„Durch das Projekt erhoffen wir uns, herauszufinden, inwiefern soziale, religiöse und theologische Umfeldfaktoren bei der Radikalisierung eine Rolle spielen. Die erarbeiteten Präventionsmaßnahmen sollen dann Anwendungen in Schulen und in der Jugendarbeit finden“, so Projektleiter Prof. Dr. Dr Rauf Ceylan.

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