Do. Jan 23rd, 2020

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Faktencheck: "Tagesthemen" haben nicht für Tarek K.I.Z geworben – AfD verbreitet weiter Fake-Video

Berlin/Ganderkesee (ots/fs) – Der Rapper Tarek K.I.Z hat mit einem drastischen Video zu seiner neuen Single «Nach wie vor» für Empörung gesorgt. Jetzt wird der ARD fälschlicherweise unterstellt, der Clip voller Gewaltszenen sei in den «Tagesthemen» mit einem Beitrag beworben worden.

Bewertung

Das Video ist in den «Tagesthemen» nie gelaufen. Der Beitrag über die Band K.I.Z in der Nachrichtensendung ist mehrere Jahre alt, das neue Musikvideo wurde hineinmanipuliert.

Fakten

Ende November 2019 hat der Rapper Tarek K.I.Z das provokante Video «Nach wie vor» veröffentlicht. Darin werden drei Schauspieler, die äußerlich führenden AfD-Politikern ähneln, auf martialische Weise umgebracht. Daraufhin gab es viel Kritik in sozialen Medien. In Musikredaktionen wurde die Frage aufgeworfen, wie weit Kunst gehen dürfe.

Anhand eines manipulierten Ausschnitts aus den «Tagesthemen» wird der Nachrichtensendung nun vorgeworfen, in einem Beitrag jüngst Werbung für das Musikvideo gemacht zu haben. Allerdings ist der originale «Tagesthemen»-Bericht über die Band K.I.Z, in der Tarek K.I.Z Mitglied ist, mehrere Jahre alt. Der Clip vom 27. Juli 2015 ist noch online abrufbar.

An diesen Original-Beitrag wurde nun das neue Video so angehängt, dass es den Anschein erweckt, die «Tagesthemen» berichteten über «Nach wie vor». Zu erkennen ist die Manipulation auch daran, dass im rechten unteren Eck von einer Sekunde auf die andere das «Tagesthemen»-Logo fehlt (https://v.gd/v9pwJj).

Der manipulierte Beitrag tauchte unter anderem auf der Internetseite «Politikstube» auf (https://v.gd/evzFRZ). Das Portal hat sich mittlerweile entschuldigt und klargestellt, dass der unbekannte Verfasser «wohl Ausschnitte des neuen Videos von KIZ angefügt» habe. Andere Seiten im Netz haben die Täuschung allerdings bislang nicht aufgeklärt – unter ihnen auch der Thüringer AfD-Landtagsabgeordnete Thomas Rudy (https://v.gd/BPtD0T).

In dem «Tagesthemen»-Beitrag von 2015 ging es um die Berliner Rapper, die sich in ihren Texten gegen Rassismus und eine Flüchtlingspolitik der Abschottung aussprechen. Die Band spielte unter anderem auch neben den Toten Hosen und Kraftklub auf dem Anti-Rassismus-Konzert unter dem Motto «Wir sind mehr» im September 2018 in Chemnitz (https://v.gd/hy3P9L).

Bild: ARD

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