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Faktencheck: Zeilen über «Türken» und «Inder» nicht von Heinrich Heine – Rechte Fake-News

Berlin/Ganderkesee (ots/fs) – Ein vermeintliches Gedicht von Heinrich Heine (1797-1856) kursiert seit Jahren in sozialen Medien und auf mehreren Blogs. Die ersten, mitunter leicht variierten, Zeilen lauten: «Türken, Inder, Hottentotten sind sympathisch alle drei, wenn sie leben, lieben, lachen, fern von hier in der Türkei.» (https://v.gd/7DDuNE)

Bewertung

Heine hat diese Zeilen nicht geschrieben. Die Herkunft des Gedichtes ist unklar.

Fakten

Heinrich Heines gesamtes Werk lässt sich online durchsuchen. (https://v.gd/1BOasA) Zu den Begriffen «Türken» und «Türkei» findet sich jeweils kein einziger Treffer. Die Suche nach «Inder» und «Hottentotten» führte zu anderen Textstellen, aber nicht zu dem angeblichen Gedicht.

Die Geschäftsführerin der Heinrich-Heine-Gesellschaft, Karin Füllner, bestätigte der dpa, dass Heine diese Zeilen nie geschrieben hat.

Unklar ist, wer für die falsche Zuschreibung verantwortlich zeichnet. Nach Angaben des Heine-Jahrbuchs von 1993 wurde das Gedicht bereits Anfang der 1990er Jahre verbreitet (https://v.gd/Wd2Cc0).

Im Jahr 2009 zitierte es der NPD-Politiker Jürgen Gansel in einer Rede im Sächsischen Landtag. (https://v.gd/QECfLZ)

Bild: Moritz Daniel Oppenheim artist QS:P170,Q215073, Heinrich Heine-Oppenheim, Ausschnittvergrößerung von Frank Schurgast, CC0 1.0

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