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Faktencheck zu rechten Fake-News: Zunahme von Augenherpes durch Maske nicht belegt

Berlin/Ganderkesee (ots/fs) – Fälle von Augenherpes würden durch das Tragen einer Mund-Nasen-Maske zunehmen: Diese Behauptung kursiert vor allem im Messenger Telegram und auf dem sozialen Netzwerk Facebook. Das mehrfache Ein- und Ausatmen der eigenen Atemluft führe angeblich dazu, dass Viren und Bakterien die Augen entzündeten (http://archive.vn/UybRd).

Bewertung

Augenherpes ist nicht meldepflichtig, eine Zunahme nicht belegt. Augenärzten sind keine Fälle bekannt, in denen ein Mundschutz eine solche Infektion begünstigt haben soll. Aktiviert wird das Virus meist durch Stress oder Immunschwäche.

Fakten

Augenherpes wird durch das Herpes-simplex-Virus Typ 1 ausgelöst, das zwischen 80 und 90 Prozent der Erwachsenen in Deutschland in sich tragen (http://archive.vn/LpXVL). Ein typischer Weg der Virus-Übertragung ist der Gutenachtkuss der Eltern an ihr Kind. Häufiger infizieren sie dabei die Lippen, seltener die Augen. Oft löst diese erste Ansteckung keine Symptome aus.

Ist das Herpesvirus einmal auf die Augen übertragen, bleibt es im Ruhezustand an den Nervenenden im Gehirn (http://archive.vn/A7PCs). Mit sichtbaren Bläschen an den Augen kann es ausbrechen, wenn das Immunsystem durch eine andere Krankheit oder Stress geschwächt ist.

Über die eigene Atemluft unter dem Mundschutz könnte sich theoretisch nur jemand anstecken, der gerade aktive Herpesbläschen an den Lippen hat. Diese Möglichkeit hält Ludger Wollring, Pressesprecher des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA), aber für sehr unwahrscheinlich. Seinem Verband seien weder solche Fälle noch Studien zu der Problematik bekannt, so der Augenarzt aus Essen. Ähnlich äußert sich Thomas Reinhard, Ärztlicher Direktor der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg.

In Deutschland gibt es keine Meldepflicht für Infektionen mit dem Herpes-simplex-Virus (https://v.gd/ejhGmQ).

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