Gauland lehnt eine Mitverantwortung der AfD im Fall Lübcke ab

Eine Mitverantwortung seiner rechtsextremen AfD im Fall Lübcke scheint für Alexander Gauland absurd. Zumindest ist seine Antwort auf die Frage, ob seine Partei dazu beigetragen habe, dass Walter Lübcke zu einer Hassfigur der Rechten wurde, sehr eindeutig ausgefallen.

Eigentlich hätte der Cicero, dem der AfD-Chef ein Interview gab, es vorher wissen können. Nun ja, die journalistische Sorgfaltspflicht verlangte aber nach der Frage der Mitverantwortung. Und Gauland verneinte wie immer gebetsmühlenartig. Seine Antwort gegenüber dem Cicero war wie immer eindeutig: “Das kann ich nicht akzeptieren. Natürlich kann man Politiker, die sich äußern wie Walter Lübcke, politisch kritisieren. Das ist ja nicht der Versuch, einen Menschen mit Gewalt zu beseitigen”.

Die sich immer weiter aufbauschende Rhetorik, vor allem Seitens der AfD, verleitet Alexander Gauland dazu festzustellen, dass es keine rhetorische Abrüstung geben werde. Und Gauland wäre nicht Gauland, wenn er dieses nicht auch zu Gunsten der AfD begründen könnte: “Das kann man machen. Aber schauen Sie sich doch an, wie die anderen Parteien reagieren. Da können Sie schlecht die Rhetorik zurückfahren, wenn Ihnen selbst gerade in diesem Mordfall eine Mitschuld gegeben wird. Was wollen Sie da noch zurückfahren?”

Frank Schurgast

Bild: Olaf Kosinsky2017-04-23 AfD Bundesparteitag in Köln -57CC BY-SA 3.0 DE

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