3. April 2020

Colorful Germany

Für ein buntes Deutschland

Heidi Klum, Conchita Wurst und Bill Kaulitz über ihre neue Show “Queen of Drags” und ihren Kampf gegen Homophobie

Hamburg/Ganderkesee (ots/fs) – “It’s time to shine!” Mit diesen Worten begrüßen Heidi Klum, Conchita Wurst und Bill Kaulitz zehn talentierte Männer, die in der 6-teiligen Show “Queen of Drags” (ab 14.11., 20.15 Uhr, ProSieben) um ebendiesen Titel kämpfen. Der Siegerin winken ein Gewinn von 100.000 Euro, ein Coverfoto auf der deutschen “Cosmopolitan”, eine Reise nach New York sowie eine MAC-Kosmetikkampagne.

TV DIGITAL traf Klum und die Jurymitglieder Conchita Wurst und Bill Kaulitz beim Dreh der 4. Folge in Los Angeles – und bekam die heiß erwartete Antwort auf die Frage, warum “Queen of Drags” bewusst keine 1:1-Adaption von “RuPaul’s Drag-Race” ist: In der deutschen Show geht’s – neben Challenges und dem Kampf um die Krone – mehr um die persönlichen Geschichten der Kandidatinnen sowie ihre Erfahrungen mit Homophobie, Ausgrenzung und Diskriminierung. Ebenfalls anders: Bei “Queen of Drags” entscheidet eine dreiköpfige, gleichberechtigte Jury über Sieger und Verlierer – unterstützt von Gastjuroren wie Olivia Jones, Leona Lewis, Amanda Lepore, La Toya Jackson und Pabllo Vittar, der mit 9,4 Mio Followern stärksten Dragqueen der Welt auf Instagram.

Aber was denken die Kandidatinnen über eine im Vorfeld diskutierte Online-Petition deutscher Drags, die sich gegen Klum positionierten, weil sie keine “queere Identität” habe und ProSieben, so die Befürchtung, eventuell eine Freakshow plane? Teilnehmerin Aria Addams: “Klar schalten die Zuschauer anfangs ein, weil sie sehen wollen, wie zehn schrille Paradiesvögel in eine Villa ziehen. Aber kurz darauf lernen sie unsere persönlichen Geschichten kennen, und wir werden von Männern mit Perücken zu Individuen. In dieser Show wird unter die schillernde Oberfläche geguckt. Viele aus der Produktion sind übrigens selbst schwul oder haben einen LGBTQI+-Hintergrund.” Außerdem unterstütze Conchita Wurst (“Für die Zuschauer ist es extrem spannend, die Entwicklung unserer Queens zu sehen”) die Kandidatinnen. Auch Klum ist überzeugt, mit der Show Aufklärung zu fördern: “Wenn Kinder unsere Show anschauen, können ihre Eltern ihnen anschließend erklären, was eine Drag oder ein Transgender ist. Ich hoffe, Deutschland ist ready für dieses Thema.”

Doch wie engagiert sich Klum für die LGBTQI+-Community? Die 46-Jährige: “Ich unterstütze sie, wo ich nur kann – und überlege mir etwa eine Show wie diese, um sie auf die große Bühne zu bringen. Aber meine wichtigste Aufgabe ist, vier Kinder großzuziehen, die die Welt offen betrachten und beurteilen, denn es geht um leben und leben lassen. Meine Kinder haben durch meinen Job und das Leben in L.A. schon viele Leute kennengelernt, die anders sprechen, aussehen und verschiedene Hautfarben haben. Sie haben ja selbst unterschiedliche Hautfarben und Freunde, von denen beide Eltern Väter oder Mütter sind – oder der Vater ein unbekannter Samenspender.” Außerdem, so die 46-Jährige, sei es ihr wichtig, stets offen über alles zu sprechen: “Wir besuchen fast jedes Jahr die Gay Pride Parade. Meine Kinder kennen das ihr Leben lang – es ist für sie nichts Besonderes, eine Frau zu sehen, deren bemalte Brüste frei baumeln, während sie auf dem Fahrrad fährt. Ich bin schon sehr offen, aber meine Kinder sind noch offener. Es ist an uns Eltern, die nächste Generation zu ändern, weil sich sonst niemals etwas ändern wird.”

Aber kann eine TV-Show überhaupt zum Kampf gegen Diskriminierung beitragen? Klum: “Ja, indem die Menschen, die durch unsere Sendung in die Welt der Drags hineinschnuppern, mehr Verständnis für sie entwickeln. Ich hoffe, dass besonders die Eltern der Drags ihre Herzen öffnen. Denn viele fanden es nicht gut, dass sich ihre Söhne gern verwandeln.” Außerdem ist Klum erschüttert, dass die Selbstmordrate bei homosexuellen Jugendlichen hoch sei: “Das traut sich niemand zu sagen. Manche der Jugendlichen werden mit 13 aus dem Elternhaus geworfen. Leider wird viel zu wenig über dieses Riesenthema gesprochen, weil sich niemand traut, die Büchse der Pandora zu öffnen.”

Bild: ProSieben/Martin Ehleben – goldenekamera.de

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