03.11.2018, Thüringen, Pfiffelbach: Björn Höcke, AfD-Fraktionsvorsitzender im Thüringer Landtag, hält beim Landesparteitag der AfD Thüringen eine Rede. Unter anderem wird auf dem Parteitag ein neuer Landesvorstand gewählt. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Höcke (AfD): Evangelische Kirche einseitig politisiert

Kurz vor dem Evangelischen Kirchentag in Dortmund hat eine Gruppe mehrerer AfD-Landtagsfraktionen ein Papier vorgelegt, das die Spitze der evangelischen Kirche harsch kritisiert. Das Kirchentagspräsidium hatte vor Monaten beschlossen, dass keine Vertreter der rechtspopulistischen Partei auf Podien dieses Kirchentags mitdiskutieren dürfen.

Der christliche Glaube werde einseitig politisch instrumentalisiert, sagte der Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke bei der Vorstellung der rund 50-seitigen Broschüre. Er warf der evangelischen Kirche vor, „sich mit dem Zeitgeist ins Bett“ zu legen und forderte sie auf, in ihren Positionen „pluralistischer“ zu werden.

Kein offizielles Papier der Bundespartei

Das Papier kritisiert unter anderem Positionen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zur Geschlechtergerechtigkeit, in der Flüchtlingspolitik, beim Klimaschutz – und zur AfD. Führenden Köpfen wie der mitteldeutschen Bischöfin Ilse Junkermann warf Höcke vor, die AfD zu diskreditieren.

Die Unterstützer des Papiers, das nach Höckes Worten kein offizielles Papier der Bundespartei ist, forderten die evangelische Kirche auf, „Politisierung“ zu beenden. Zugleich räumten die Politiker ein, es sei auch gewinnbringend und richtig, wenn sich die Kirche in die Politik einmische.

Was berechtigte Kritik an der AfD wäre, blieb vage

Wo die Grenze zwischen nach Ansicht der AfD berechtigter und nicht berechtigter Kritik verläuft, blieb bei der Vorstellung vage. Es sei eine Grenze, eine Partei zu diskreditieren, sagte Höcke.

Das Verhältnis zwischen AfD und den beiden großen christlichen Kirchen ist vor allem aufgrund der Positionen in der Asylpolitik angespannt. Offizielle Gespräche wie mit anderen Parteien gibt es mit der AfD nicht. Das beklagen die Autoren des Papiers. Sie würden sich Dialog wünschen, allerdings nur auf Augenhöhe, sagte Höcke.

Bild: Screenshot ZDF

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