Höxter: Beatrix von Storch mobilisiert 160 AfD’ler und 500 Gegendemonstranten

„Es ist uns wichtig, ein Zeichen gegen rechts zu setzen”, sagt Jacqueline Grabosch aus Lütmarsen. Die 17-Jährige ist eine von mehr als 500 Demonstranten, die am Sonntagmittag durch Höxter gezogen sind. Den Anlass gab eine Europa-Wahlkampfveranstaltung der AfD mit der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Beatrix von Storch im Historischen Rathaus. „Die ist hier nicht willkommen”, sagt auch Luca Derwig aus Höxter mit Nachdruck. „Bunt statt braun” steht auf dem Transparent, das die beiden jungen Frauen mitgebracht haben.

Bunt geschmückt mit gelben Forsythien-Zweigen sind auch die Bollerwagen, in denen Stephanie Osterbrink ihre kleinen Kinder mitgenommen hat. „Ich bin gegen Hetze, Rassismus und Einfältigkeit”, sagt die Mutter aus Höxter, die ihrem Nachwuchs damit gleich ein Stückchen Demokratie beibringen will. Auch vielen Plakaten spielt der Vogel Storch eine große Rolle. Auf dem von Annika Bahr watet das Tier schon viel zu lange „im braunen Wasser”.

Die 22-jährige Höxteranerin freut sich über die große Resonanz bei der Demo, zu der die Grüne Jugend, das Paderborner „Bündnis gegen rechts” und der Höxteraner Verein „Lichtalben” aufgerufen hatte. Vor allem nehmen die Demonstranten AfD-Frau von Storch aufs Korn. Einige warnen vor einer „Verstorchung des Abendlandes”. „Hass macht hässlich” oder „AfD -Alternative für Dumme” ist auf weiteren Plakaten zu lesen.

“Auch als Oma kann man noch demonstrieren”

Auch zwei Studentinnen aus Holzminden sind gekommen: „Beatrix von Storch ist nicht die hellste Kerze auf der Torte für uns – und die AfD auf keinen Fall eine Alternative”, lachen die beiden 22-jährigen Frauen. Auf ihrem Transparent spielen sie auf die Torten-Attacke gegen die AfD-Spitzenpolitikerin an, die wenig später im Höxteraner Rathaus sprechen wird.

Aber nicht nur junge Leute, auch ältere Semester gehen an diesem Sonntag in Höxter auf die Straße. „Wir haben hier in der Gegend nicht so oft die Gelegenheit, was gegen die AfD zu tun, deswegen wollen wir heute zeigen, wo wir stehen”, sagen beispielsweise Petra Schmitz und Ursula Zierz (beide 60) aus Albaxen.

Auch als Oma kann man noch demonstrieren, beweist Sabine Schmidt-Berendes. „Wir haben uns früher darüber mokiert, dass unsere Eltern nichts gegen die Nazis unternommen haben. Jetzt müssen wir den Anfängen wehren und aus der Geschichte lernen”, sagt die 75-Jährige. „Scheiß AfD” drückt es der IG-Metall-Nachwuchs schon drastischer aus.

Archivbild: Bestimmte Rechte vorbehalten von augschburger

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