Jüdischer Weltkongress: Tönnies zum Rücktritt aufgefordert

Nun sieht sich der Aufsichtsratschef von Schalke 04 Tönnies nach seinen zu tiefst rassistischen Äußerungen über Afrikaner auch internationaler Kritik ausgesetzt. Der Jüdische Weltkongress fordert seinen Rücktritt.

Auf dem “Tag des Handwerks” in Paderborn in dieser Woche sagte Tönnies in einer Rede:

Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren.

Clemens Tönnies auf dem “Tag des Handwerks”

Diese Äußerungen wurden zurecht sehr scharf kritisiert. Laut “Bild” meldete sich jetzt auch der Jüdische Weltkongress (WJC) zu Wort und fordert seinen Rücktritt.

Wer solche Vorurteile hegt und in aller Öffentlichkeit rassistisches Gedankengut verbreitet, der ist für verantwortliche Positionen im Spitzensport nicht geeignet.

Maram Stern vom WJC

Clemens Tönnies solle “schleunigst seinen Hut nehmen und von seinem Amt zurücktreten”.

Schockierende Aussagen wie die von Clemens Tönnies zeigen eines sehr deutlich: Rassistische Vorurteile und merkwürdiges Gedankengut sind auch 2019 noch weit verbreitet – bis in gesellschaftliche Kreise, die eigentlich wissen müssten, was mit solchen Aussagen angerichtet werden kann.

Maram Stern vom WJC

Der Verantwortung muss man gerecht werden

Es ist leider keine Seltenheit mehr, dass farbige Spieler verhöhnt, beleidigt oder rassistisch beschimpft werden, wenn sie sich auf dem Spielfeld befinden. Und diesem müssen die Verantwortlichen in den Vereinen von der Bundesliga bis hin zur klein Liga entgegenwirken und ihre ausländischen Spieler auch schützen. Zu diesen Verantwortlichen zählt Clemens Tönnies. Und dieses in einem Verein, der sich öffentlich immer wieder gegen Rassismus ausspricht. Nun hat er aber durch seine Herabwürdigung gleich eines ganzen Kontinentes, dessen Einwohner er zudem auch noch zutiefst beleidigt hat, nicht mehr in der Lage eine solche Vorbildfunktion auszuführen.

Wenn man nun jemanden wie Tönnies, mit seinen wirklich rassistisch schwerwiegenden Worten, mit einer einfachen lapidaren Entschuldigung davon kommen lässt, dann sind am Ende Kampagnen der FIFA, UEFA oder des DFB gegen Rassismus im Fußball nur noch heiße Luft.

Frank Schurgast

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