Keine AfD-Funktionäre beim evangelischen Kirchentag

Dass der evangelische Kirchentag keine AfD-Funktionäre auf Podien will, findet der Berliner Bischof Dröge problematisch. Ein Ausschluss nütze der Partei, die sich so als Opfer darstellen könne. Offizielle Gespräche lehnt er aber ab.

Der Berliner Bischof Markus Dröge bedauert, dass der evangelische Kirchentag keine AfD-Funktionäre auf Podien einladen will. “Das halte ich für sachlich problematisch”, sagte das geistliche Oberhaupt der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz dem Evangelischen Pressedienst (epd): Ein prinzipieller Ausschluss nütze der Partei, weil sie sich dann als Opfer darstellen könne.

Das Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages hatte im vergangenen Jahr beschlossen, AfD-Parteivertreter nicht zur Mitwirkung auf Podien einzuladen. Kirchentagspräsident Hans Leyendecker betonte seither mehrfach, der Kirchentag werde sich aber mit den Positionen der AfD und den Ursachen für das Aufkommen der Partei auseinandersetzen. Statt führenden AfD-Repräsentanten ein Podium zu bieten, solle mit Leuten geredet werden, die mit der Partei sympathisieren oder sie wählen. Der 37. Deutsche Evangelische Kirchentag findet vom 19. bis 23. Juni in Dortmund statt.

Keine offiziellen Gespräche mit AfD

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz lehnt offizielle Gespräche mit der AfD weiter ab. Bischof Markus Dröge sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), dies gelte zumindest solange, wie sich die Partei nicht klar von rechtem Gedankengut abgrenze. Für Gespräche mit Einzelnen und vor allem den Dialog mit den AfD-Wählern sei er aber offen. Wörtlich sagte Dröge: “Persönliche Gespräche mit Einzelnen immer, aber es gibt keine offiziellen Gespräche der Kirchenleitung mit der AfD, solange sie nicht ihr Verhältnis zum Rechtsextremismus geklärt hat.”

Der Berliner Bischof und EKD-Ratsmitglied verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) bis vor ungefähr einem Jahr keine offiziellen Gespräche mit Vertretern der Linkspartei geführt hatte. Begründet wurde dies damit, dass diese ihre Geschichte bezüglich des Umgangs mit Christen in der DDR noch nicht aufgearbeitet hatte.

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