Kiosk-Kampagne will Verkauf von rechten Zeitungen stoppen

Sie liegen neben „Spiegel“, „Stern“ und Co. beim Zeitungskiosk . Doch mit Zeilen wie „dem Abendland unter der Scharia“ (Compact), oder Begriffen wie „Flüchtlings-Tsunami“ (Deutsche Stimme) machen sie ausländerfeindliche Stimmung salonfähig. Doch: Ab welchem Punkt muss Antisemitismus und Co. eine Absage erteilt werden? Die Initiative „Aufstehen gegen Rassismus“ (AGR) hat dazu eine klare Meinung. Mit einer Kampagne wollen sie den Verkauf von rechten Zeitungen stoppen.

In einem Flyer zur Kampagne heißt es „die extreme Rechte nutzt verschiedene Medien, um ihre menschenverachtende Propaganda in die Öffentlichkeit zu tragen und um Sympathisanten an die rechte Szene zu binden“. In ihren Publikationen werde gegen Andersdenkende gehetzt. „Helfen sie mit, dem Rechtsruck von AFD, NPD, PEGIDA und Co. etwas entgegenzusetzen und stoppen sie den Verkauf solcher Zeitungen in ihrem Geschäft“.

„Es geht uns nicht darum, die Meinungsfreiheit einzuschränken“

„Es geht uns nicht darum, die Meinungsfreiheit einzuschränken“, erklärt AGR-Aktivist Frank Maslankowski im MOPO-Gespräch. Im Flyer zur Aktion steht dazu: „Die Meinungsfreiheit hört da auf, wo andere beleidigt, verhöhnt oder diskriminiert werden.“ Und das sei bei einschlägig rechten Publikationen wie der „Deutsche Militär Zeitschrift“, der “Deutsche Stimme“, der „Junge Freiheit“, „Compact Magazin“ oder „Zuerst“ immer wieder der Fall. Und tatsächlich schreiben zum Teil wegen Volksverhetzung und Beleidigung verurteilte Autoren bei genannten Blättern.

Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus“ will mit Stickern für Aufklärung sorgen

Ein berühmtes Beispiel ist Compact-Hausautor Akif Pirincci, eigentlich bekannt durch seine Katzenkrimis (Felidae), der immer wieder mit verbalen Ausfällen von sich reden macht. Doch deswegen gleich diese Zeitungen aus dem Programm nehmen? „In erster Linie wollen wir für Aufklärung sorgen“, erklärt Maslankowskis Mitstreiter Andreas Willrodt. Denn jeder Kiosk, jeder Zeitungsladen könne ja selbst bestimmen, ob er solche Zeitungen unterstützt, nur müsse er dazu die Inhalte kennen. Mit der Kampagne wolle man Verkäufer solcher Zeitschriften für das Thema sensibilisieren, so Maslankowski.

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