Lachgeschichten: Der Polizist, Gerichtsmediziner und Zuhälter der AfD

Thomas Prinz sitzt für die rechtsextremistische AfD im Stadtrat von Freital (Sachsen). Ein gelernter Schuhmacher und Handwerk hat goldenen Boden. Nur bei Prinz nicht. Auf der Autobahn hat er sich lieber schon mal als Polizist ausgegeben. Macht ja vielleicht auch mehr her. Die richtige Polizei war aber nicht sehr glücklich über den neuen Kollegen. So berichtet es Tag24.

Der Mercedes-Fahrer Prinz hatte mit einer Haltekelle auf der A13 einen Audi-Fahrer gestoppt. So die Anklage. Fahrer des Audis war ein Bauarbeiter, der der richtigen Polizei später sagte: “Ich dachte, es sei ein Zivilpolizist”. Und weiter sagte er den echten Beamten, dass Prinz ihm auch kurz eine Dienstmarke gezeigt hätte. Als Prinz dann zwei Beifahrer im Audi bemerkte, dreht dieser schnell wieder ab.

Dem Gericht sagte Prinz ohne Reue:

Wenn ich mich strafbar gemacht habe, gab ich das immer zu. Aber das war ich nicht.

Der Möchtegern-Polizist Thomas Prinz / Bild: Screenshot Picdeer

Des Richters Unmut

Der Richter war wenig überzeugt von den Einlassung von Thomas Prinz und verhängte am Ende eine Geldstrafe von 3.000 Euro. Obendrauf kommen die, wahrscheinlich nicht ganz unerheblichen, Prozesskosten. Vielleicht lag es irgendwie daran, dass Prinz etliche Vorstrafen wegen Fahren ohne Führerschein, Raub und Zuhälterei hat.

Vielleicht aber auch am Unmut des Richters. Das Verfahren sollte eigentlich bereits eingestellt werden, da der EU-Rentner (Erwerbunfähigkeitsrente) Prinz aus gesundheitlichen Gründen als verhandlungsunfähig galt. Prozesstermine platzten immer wieder.

Die Rechnung hatte Prinz dann aber doch ohne den Richter und den Social-Media-Kanälen gemacht, die offenbar auch der Richter nutzt.

Und dann las ich in der Zeitung, dass Sie bei AfD-Wahlveranstaltungen zugegen waren und bei einem Feuer in Ihrem Garten, der aber nicht in Freital ist.

Richter zum Angeklagten Prinz

Angekündigte Revision und neue Straftat

Großkotzig kündigte Prinz Revision an, wartet aber bereits auf das nächste Verfahren. Diesmal wird gegen ihn wegen der Vortäuschung einer Straftat ermittelt. Ein Polizist erklärte hierzu als Zeuge im jetzigen Verfahren:

Er hatte Anzeige erstattet, weil ihm das Tablet geraubt worden wäre. (…) Er zeigte uns sogar den angeblich arabischen Täter, der beinahe in U-Haft gegangen wäre. (…) Mit dem Tablet wurde aber noch nach der angeblichen Tat telefoniert. Wir fanden es dann bei der Hausdurchsuchung bei Herrn Prinz.

Eigentlich könnte man hier nun schließen, doch da war doch noch was, was nicht verschwiegen werden sollte. Wie berichtet, ist der 47-jährige Stadtrat Thomas Prinz eigentlich Schuhmacher. Ein ehrbarer Beruf. Anscheinend aber nicht für Prinz. Auf der Wahlliste gab er an, dass er Gerichtsmediziner sein. Es muss wohl kaum erwähnt werden, dass er niemals studiert hat.

Die Hoffnung

Am Ende solcher Geschichten steht ja oft die Hoffnung. So auch hier. Die Hoffnung, dass dieser Neo-Münchhausen nicht länger im Stadtrat von Freital geduldet wird und hoffentlich nie wieder ein politisches Amt bekleidet. Prinz gehört in kein Parlament, er gehört ins Gefängnis.

So sieht man wieder einmal, mit welchen Geisteskindern die AfD denkt ein Land regieren zu können. Für unser Deutschland mit seiner einmaligen Demokratie kann man nur hoffen, dass dieses niemals geschehen wird und die jetzt noch blindlings folgenden Anhänger und Wähler endlich aufwachen.

Frank Schurgast

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