Lachgeschichten: Die AfD kämpft für das traditionelle Feuerwerk

Die düstersten Visionen der AfD treffen uns völlig unerwartet. Dem guten, alten und traditionellen Feuerwerk geht es nach dieser rechtsextremistischen Vision an den Kragen.

Die AfD in Koblenz ist bestürzt und mach sich große deutsche Sorgen um eine infernale pyrotechnische Großveranstaltung in Koblenz. “Rhein in Flammen” nennt sich die von der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH inszenierte Veranstaltung. Das Flammen- und Pyrotechnik-Schauspiel ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und beliebt. Und zugegeben, wer sich dieses Spektakel vor Ort bereits einmal angesehen hat, kann sich dem Charm nicht entziehen.

Belastung der Umwelt und alternative Konzepte – Aber nicht mit der AfD

Ein Nachteil hat allerdings diese Feuerwerks-Show. Nachweislich entsteht durch den massenhaften Einsatz der Pyrotechnik ein sehr hoher CO2-Ausstoß. Die Feinstaubbelastung für Koblenz ist drastisch erhöht. So denkt das Land Rheinland-Pfalz und die Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH jetzt über alternative Inszenierungsmöglichkeiten nach. Aber sie sagt auch, dass aus ihrer Sicht die Feinstaubbelastung keine größere Belastung darstellt. Die Veranstalter führen hierzu die große Distanz zwischen Innenstadt und Abbrennplatz, den topografischen Höhenunterschied oder auch die überwiegend westliche Windrichtung an. Giftige Substanzen in den Feuerwerkskörpern wie beispielsweise Schwermetalle oder Arsen seien seit vielen Jahren ohnehin nicht mehr in den pyrotechnischen Bestandteilen enthalten.

Die rechtsextremistische AfD Ratsfraktion wittert natürlich umgehend ein Netzwerk aus Lügen. Laut AfD, also der totalen Versteherpartei in allen Umweltfragen, seien hohe Feinstaubbelastungen als Folge der Veranstaltung “unwahrscheinlich”. Außerdem habe man mehr als Verständnis für die Bürger, die ihren Unmut bereits jetzt aufgrund des drohenden Verlustes von “Rhein in Flammen” in den Sozialen Medien kundtun.

Hierzu muss man nun sagen, dass wirklich niemand darüber nachdenkt die Veranstaltung abzusetzen, sondern es wird ernsthaft über alternative Konzepte nachgedacht (LED, Laser und Co. entwickeln sich immer weiter). Zum Zweiten verhält es sich mit dem Ärger der Bürger in den Sozialen Medien wie mit den typischen Stammtischparolen vor Abpfiff eines Fußballspiels. Nichts genaues weiß man nicht – also brüllt jeder mal in den Raum, beruhigt sich wieder und staunt am Ende über das Ergebnis.

Wortmeldung

Der Fraktionsvorsitzende der AfD Ratsfraktion in Koblenz heißt Joachim Paul und meldet sich zu Wort:

Es wundert nicht, dass eine linksideologisch aufgeladene Debatte um mögliche Verbote nun auch “Rhein in Flammen” infrage stellt. Das dürfte aber lediglich der traurige Auftakt sein, denn die Fraktion der Grünen will bereits für die nächsten Ratssitzungen den sogenannten Klima-Notstand vom Rat ausrufen lassen und damit jede Ratsentscheidung unter diffuse ideologische Vorbehalte stellen, frei nach dem Motto “Not rechtfertigt jedes Verbot”. Dass die Grünen deutscher Meister im Verbieten sind, ist hinlänglich bekannt. Unsere Ratsfraktion wird in der kommenden Debatte klar aufzeigen, wie sich eine Umweltpolitik mit Augenmaß, die einem Wirtschaftsstandort gerecht wird, von einer ideologischen Verbotshysterie unterscheidet. Deutschlands Anteil an den weltweiten CO2-Emissionen ist ohnehin verschwindend gering, die des Feuerwerks in Koblenz dürften damit völlig irrelevant sein.

Wenn Paul auch immer noch nicht verstanden hat, dass es gar nicht um ein Verbot geht, wird doch auch in dieser Presseerklärung ganz eindeutig klar, warum dass Thema so interessant für die AfD in Koblenz ist.

Grüne: Schlimme Finger und falsche Fünfziger

Hoch lebe die Hetze. Und endlich mal wieder kann man den Grünen was austeilen. Überhaupt: Alles nur linksideologisch eingefädelt. Nun kenne ich zwar keinen grünen Politiker aus Koblenz, aber dass müssen ja ganz schlimme Finger sein, ja sogar falsche Fünfziger. Die AfD sagt es ja: Die Grünen sind die deutschen Meister im verbieten.

Aber wartet nur. In der nächsten Ratssitzung wird die AfD euch liebe Grüne aber sowas von auszählen. Vielleicht beim Skat. Gesetzte Rechtsextremisten sollen das Spiel ja ganz gut beherrschen.

Okay, mal zurück zum Ernst der Lage. Wir haben also jetzt gelernt, dass auch in Koblenz die AfD ausser einem unstrukturierten rechtsextremistischen Haufen nichts darstellen kann. Die Hetze und der Hass werden, wie überall wo die AfD meint mitmischen zu dürfen, aufgrund von schwammigen Erkenntnissen und parteiideologischen Überzeugungen voran getrieben. Man versucht dort Zwietracht zu sähen, wo man Angriffspunkte sieht.

Es geht auch ohne die AfD

Liebe Koblenzer lasst Euch sagen, auch in eurer Stadt hat die AfD keine Interesse daran Eure belange zu vertreten. Einzig und alleine will man euch unsere Demokratie verächtlich machen. Seit gut beraten, haltet Abstand von den Rechtsextremisten und jagt sie bei der nächsten Wahl aus eurer Stadt.

Und auch ohne die AfD werdet ihr auch noch in 50 Jahren euer “Rhein in Flammen” Jahr für Jahr feiern. Vielleicht gibt es anstatt Feuerwerk dann riesige und spektakuläre Laser-Shows. Aber feiern werdet ihr. Übrigens auch noch mit den Grünen. Die sind in Wirklichkeit gar nicht so böse wie es die AfD erzählt.

Frank Schurgast

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