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Lachgeschichten: Ehemaliger Gewalttäter ist nun AfD-Sicherheitsexperte

Die heutige AfD-Personalie heißt Bernd Gwiadowski (Titelbild, ganz links). Der 56-jährige war einst einer der gefürchtetsten und gefährlichsten Rocker Sachsens und saß nach einem tödlichen Überfall auf eine konkurierende Rockerbande für Jahre im Knast. Nun macht Gwiadowski als Kreisvorstand und Sicherheitsexperte bei der AfD Mittelsachsen Karriere. Unter anderem hält er Vorträge über die innere Sicherheit. Na, wer sich nun nicht sicher fühlt in Sachsen?

Nahezu 20 Jahre ist der Überfall auf die Highway Wolves in Döbeln nun her. Gwiadowskis Rocker waren bei dem tödlichen Überfall bis an die Zähne bewaffnet und vermummt. Sie verletzten bei dem Überfall sechs Kontrahenten teilweise lebensbedrohlich schwer und erschossen deren damals 22-jährigen Präsidenten.

Das Dresdner Chapter des Gremium MC kurz vor dem tödlichen Überfall. Gwiadowski unten rechts auf dem Bild. / Bild: Screenshot

Laut gerichtlicher Feststellung wurde der brutale Überfall von Gwiadowski, dessen Szene-Name übrigen “Schwein” war, zwar geplant, doch geschossen hat er nicht. 2001 wurde er zu vier Jahren Haft wegen gefährlicher Körperverletzung, Landfriedensbruch, schweren Hausfriedensbruch, Beteiligung an der Schlägerei und Anschluss an eine bewaffnete Gruppe verurteilt.

Die neue Heimat bei der AfD

Wie die Morgenpost berichtet, ist Gwiadowski nach eigenen Angaben längst aus der Rockerszene ausgestiegen. Doch dank der rechtsextremistischen AfD hat er nun eine neue, ihm freundlich gesonnene, Heimat gefunden. Und der Ex-Rocker macht nun Karriere bei den Rechtsextremisten. Sie begann als Mitarbeiter vom Bundestagsabgeordneten Heiko Hessenkemper. Nun kann man sich auch annähernd vorstellen, warum einige Bundestagsabgeordnete so manches mal mit der Angst zu kämpfen haben. Wem wäre bei der Nachbarschaft nicht unwohl.

Gwiadowski wurde im November 2018 in den Kreisvorstand der AfD Mittelsachsen gewählt. Und dort gilt ausgerechnet der Ex-Gewalttäter nun als Sicherheitsexperte. Diese AfD-Welt muss nun wirklich eine psychedelische Welt sein. Alles so schön bunt hier. Verzeihung: braun hier. Nun geht es auf jeden Fall für die AfD immer wieder auf Podiumsdiskussionen. Dieses gemeinsam mit dem Polizisten und baldigen Landtagsabgeordneten Lars Kuppi. Und dann darf man über Sicherheit und – ganz wichtig – über Bildung referieren.

Gwiadowski steht zu seiner Vergangenheit

Im Telefonat mit der Morgenpost steht Gwiadowski immerhin zu seiner Vergangenheit, die bei der AfD ja keine Rolle spielt: “Ich gehe damit offen um und kann diese persönliche Erfahrung auch bei meiner jetzigen Tätigkeit nutzen.“ Ausserdem habe er ja Lehrgänge besucht. Welche auch immer.

Auf Nachfrage der Morgenpost sagt die AfD, dass bei der Wahl von Gwiadowski ein Führungszeugnis ohne Einträge vorlag. Davon ist auszugehen, denn die Fristen zur Bereinigung einer Straftat im Führungszeugnis liegen zwischen drei (Regelfall) und zehn (nur bei sexuellen Missbrauch) Jahren.

Also die AfD macht den Bock nun also zum Gärtner? Ja, denn mit dieser Vergangenheit kann ich niemanden als Sicherheitsexperten auf die Menschheit los lassen. Das ist nahezu grotesk. Hier wird ein einstig extrem gewalttätiger Mensch in sensible Bereiche hinein gelassen. Eben solches gilt auch für seine Arbeit für einen Bundestagsabgeordneten. Eine Realsatire wurde geboren. Wie schon so oft bei der AfD.

Nur eines zur Klarstellung. Jeder Mensch verdient eine zweite Chance. Und vielleicht hat der Mensch Gwiadowski sich ja wirklich von der Rockerszene abgewendet. Doch anscheinend nicht von seinem rechtsextremistischen Standbein. Warum sonst ist er Mitglied der AfD geworden?

Frank Schurgast

Titelbild: Screenshot einer AfD-Veröffentlichung

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