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Lachgeschichten: Meuthen versteht Angst der Juden vor der AfD nicht

Ganderkesee (fs) – Der Vorsitzende der rechtsextremistischen AfD Jörg Meuthen versteht die Welt nicht mehr. Nein, vielmehr die jüdische Welt nicht mehr. Er kann die Angst der Juden in Deutschland vor der AfD einfach nicht nachvollziehen. Seine Partei sei doch “durch und durch pro-jüdisch”. So Meuthen gegenüber der Süddeutschen Zeitung (SZ).

“Wir bringen im Bundestag pro-jüdische Anträge ein – wie zum Beispiel die Forderung nach einem Verbot der Hisbollah.” Schon gar nicht könne Meuthen verstehen, das führende Repräsentanten der Juden in Deutschland angekündigt haben, im Falle einer Beteiligung der AfD an einer Bundesregierung, das Land zu verlassen.

In der Tat ist mir ein Rätsel, was sich da eine Frau Knobloch und ein Herr Schuster zusammenreimen.

Jörg Meuthen (AfD) gegenüber der “Süddeutschen Zeitung” (Online/Sonntag)

Alleine dieser Satz stellt erneut eine unglaubliche Diffamierung gegenüber der Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde sowie den Präsidenten des Zentralrats der Juden dar.

Josef Schuster kritisiert die Rechtsextremisten der AfD regelmäßig. Zuletzt im November diesen Jahres, in dem er sagte, dass es nicht hingenommen werden dürfte, dass man im Bundestag eine Fraktion habe, deren Vorsitzender die NS-Zeit als “Vogelschiss” in der deutschen Geschichte bezeichne. Gemeint ist natürlich Alexander Gauland. Erschüttert zeigten sich auch Vertreter der jüdischen Gemeinden insbesondere über den Stimmenzuwachs der AfD bei der thüringischen Landtagswahl im Oktober diesen Jahres.

Aber auch im Interview mit der SZ hat es Meuthen am Ende doch wieder geschafft in der rechten Lächerlichkeit zu enden. Von der SZ angesprochen auf mehrere Zitate, in denen AfD-Politiker auch sprachlich die Nähe zu Begriffen des Nationalsozialismus suchen, sagte Meuthen:

Sie werden von mir nicht erleben, dass ich jeden Satz verteidige, den irgendjemand in der AfD gesagt hat. (…) Wir haben durch unsere Arbeitsgruppe “Verfassungsschutz” genau untersuchen lassen, welche Äußerungen unserer Leute problematisch sind. Mit denen reden wir.

Jörg Meuthen (AfD) gegenüber der “Süddeutschen Zeitung” (Online/Sonntag)

Die Arbeitsgruppe “Verfassungsschutz” wird zumindest dort gut zum Einsatz kommen können, wo bislang vorher die AfD-Politiker selbst ausloten mussten, wie weit nach rechts sie mit ihren Pamphleten rücken dürfen. Die Erträglichkeit der Gesellschaft soll also erneut bis an den Rand ausgereizt werden. Nur eben noch effektiver für die Zukunft.

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