Lachgeschichten: Meuthen zum 75. Jahrestag des 20. Juli

Es sei vorweg geschickt, dass dieser Artikel sich nicht gegen die Opfer des NS-Regimes, deren Geschichte und deren Ansehen richtet, sondern einzig und alleine gegen die AfD.

Am 20. Juli 1944 wollten die Frauen und Männer rund um Claus Schenk Graf von Stauffenberg das menschenverachtende NS-Regime mit einen Bombenanschlag auf Adolf Hitler stürzen. Das war morgen vor 75 Jahren. Was daraus wurde ist die Geschichte unseres Landes und mit Sicherheit jedem bekannt.

Das sich ausgerechnet zu diesem Datum Jörg Meuthen von der AfD zu Wort meldet verwundert doch sehr. Doch lesen wir zunächst einmal, was Meuthen uns sagen will:

Die Männer und Frauen des 20. Juli um Claus Schenk Graf von Stauffenberg wollten vor 75 Jahren das verbrecherische NS-Regime beseitigen und Deutschland vor dem Untergang bewahren. Sie wurden dafür verfemt, verfolgt, ermordet. Heute, 75 Jahre später, haben sie ihren Platz als Helden der Nation in der deutschen Geschichte eingenommen. Sie mahnen uns auch heute noch, gegen jede Form von Extremismus und Diktatur aufzustehen. Eine Aufgabe der Zukunft wird es sein, den Patriotismus und Widerstandsgeist des 20. Juli noch stärker ins Zentrum der nationalen Erinnerung zu stellen.

Wenn man die Pressemitteilung von Jörg Meuthen das erste Mal ließt, weiß man gar nicht wie einem sein soll. Beim Autor dieses Artikels schwankte es zwischen Verärgerung und Lachen. Wenn nicht AfD und Meuthen drüber stehen würde, könnte man glatt meinen es sei Realsatire.

Da kommt einer daher, der sich ansonsten gerne beim Führer-Höcke anbiedert und will einem weiß machen, das die rechtsextremistische Partei, die eine Gefahr für unser Land darstellt, gegen Extremismus und Diktatur aufstehen will. Hat da wer zu viel mit Sahra Wagenknecht gekuschelt?

Das ist ja geradezu so, als wenn man heute noch Joseph Goebbels in die Sendung vom Plasberg setzt und er darüber philosophieren würde, dass man den Antisemitismus im Deutschen Reich bekämpfen müsse.

Ja, ja, Herr Meuthen, steht alle auf und kämpft gegen den Extremismus in diesem Land.

Was nun interessieren würde, wie wird die AfD sich dann selbst bekämpfen? Von Innen heraus oder bittet man bei den zahlreichen Kontakten in die rechtsextremistische Szene um Hilfe?

Voller Pathos wird dann noch vom Widerstandsgeist und Patriotismus gefaselt. Was soll man nun an dieser Pressemitteilung ernst nehmen Herr Meuthen? Genauso wirr wie die Politik der AfD ist auch diese Veröffentlichung.

Und am Ende fallen wir dann wieder in die perfekte Opferrolle und bedauern uns gegenseitig.

Zum Schluss kommt der traurige Part an dieser Pressemitteilung. Die Opfer und deren Familien sowie Nachkommen fühlen sich doch wirklich verschaukelt. Diese Veröffentlichung verballhornt die Opfer des NS-Regimes. Mehr nicht!

Frank Schurgast

Bild: NRZ

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