Nach Frankfurt: Gemeinsame Trauer und Stärke

Düsseldorf (ots) – Die Trauer ist groß. Über den Tod des Jungen, der von einem Mann aus Afrika vor einen Zug geworfen wurde. Über das Leid der Mutter, die das bis an ihr Lebensende nicht verwinden wird. Über den Tod der Mutter, die ein in Deutschland geborener Serbe neulich in Voerde vor den Zug stieß. Über das Trauma der Lokführer. Über den Tod des CDU-Politikers Walter Lübcke, der von einem deutschen Rechtsextremisten hingerichtet wurde. Und groß ist das Entsetzen über den Angriff auf einen Eritreer, der in Wächtersbach von einem deutschen Fremdenfeind angeschossen wurde.

Wir stehen fassungslos davor, was in unserem Land passiert, das so verletzlich ist, weil es so viel Freiheit lässt. Kein Überwachungsstaat, keine Zensur. Im Vertrauen auf Bürger mit Anstand und Werten. Warum nur tötet ein anderer Eritreer ein wehrloses Kind? In einem Land, das weit mehr als andere Staaten für Flüchtlinge getan hat?

Es gibt keine Antwort, die die Wunden heilen könnte. Es tröstet die Mutter nicht, die ihr Kind hat sterben sehen, wenn der Täter psychisch krank ist. Viele Menschen kommen mit ihrem Leben nicht klar und bringen trotzdem niemanden um. Wie nun weiter?

Wir müssen zusammenhalten. Menschen in Frankfurt haben bewiesen, wie das geht. Sie halfen mutig, den Täter zu fassen, und weinten mit den Betroffenen. Mitgefühl, Mitleiden. Niemand bleibt allein. Und es war gut, dass Seehofer seinen Urlaub unterbrochen und das Signal gesendet hat, dass der Staat hart durchgreifen wird. Das Problem ist nur, dass noch so viel Polizei keine Garantie dafür ist, Unerträgliches zu verhindern.

Aber noch etwas hat Seehofer, der Hardliner, für Zusammenhalt und Stärkung der Gesellschaft getan: Er hat klargestellt, dass der Täter aus Afrika kommt – und die deutsche Flüchtlingspolitik mit der Ermordung des Jungen nichts zu tun hat.

Bild: Shutterstock

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