26. Mai 2020

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Neue Hinweise, dass AfD-Politiker Joachim Paul für NPD-nahe Zeitschrift geschrieben hat

Mainz/Ganderkesee (ots/fs) – Joachim Paul ist einer der prominentesten AfD-Politiker in Rheinland-Pfalz – als Vizechef von Landespartei und Landtagsfraktion. Zurzeit ist er einziger Kandidat für die Wahl eines neuen AfD-Landesvorsitzenden Mitte November.

Es gibt starke Anhaltspunkte, dass der rheinland-pfälzische AfD-Politiker Joachim Paul vor acht Jahren einen Artikel für eine NPD-nahe Zeitschrift geschrieben hat. Recherchen von SWR, NDR und der “tageszeitung” (taz) erhärten nun den Verdacht, dass Paul der Autor war.

Es geht um einen 2011 erschienenen Artikel in der NPD-nahen Zeitschrift “Hier&Jetzt”, in dem ein rechtsextremer Musiker verherrlicht wird. Die taz hatte schon in diesem Frühjahr über Hinweise berichtet, dass Paul den Artikel unter einem Pseudonym geschrieben habe. Als Indiz wurde damals eine Mailadresse angeführt, über die Paul mit dem Chefredakteur der NPD-nahen Zeitschrift kommuniziert haben soll. Der AfD-Politiker hatte vor dem Medienausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags bestritten, Autor des Artikels gewesen zu sein. Über seine Anwälte ließ Paul dem SWR damals mitteilen, er habe weder den Artikel verfasst noch kenne er die fragliche Mail-Adresse.

Weitere Mails wecken starke Zweifel

Die neuen Recherchen von SWR, NDR und taz geben Anlass zu Zweifeln an dieser Aussage. Den Redaktionen liegen weitere Mails der fraglichen Absender-Adresse vor. Einige davon sind an Paul gerichtet, andere lassen sich ihm inhaltlich zuschreiben. Pauls Anwälte wiesen auf SWR-Anfrage den Vorwurf erneut zurück: Paul sei nicht der Autor des Artikels.

Professor beendete Betreuung von Pauls Doktorarbeit

SWR-Recherchen zeigen darüber hinaus, dass Paul an der Universität Mainz eine Doktorarbeit über ein NS-Thema schreiben wollte – ein ihn betreuender Professor die Zusammenarbeit aber beendete. Der Professor sagte dem SWR, er habe die Zusammenarbeit mit Paul 2013 abgebrochen, unter anderem da dieser sich bei Forschungen unkritisch mit SS-Quellen befasst habe.

Zunächst habe sein Student Paul auf ihn “orientierungslos” gewirkt. Später sei ihm klar geworden, dass Paul: “doch so in der rechten Ecke verortet werden musste, dass eine neutrale Bearbeitung des Themas nicht mehr möglich war”. Der Professor habe dann von einer weiteren Zusammenarbeit Abstand genommen. Das sei ihm in der Betreuung von Doktoranden noch nie vorgekommen.

Paul: “In beiderseitigem Einverständnis beendet”

Über seine Anwälte ließ Paul dem SWR mitteilen, die Zusammenarbeit sei damals in beiderseitigem Einverständnis beendet worden, da sich der Forschungsschwerpunkt der Arbeit verschoben habe – weg vom Fachgebiet des Professors. Paul habe sich immer von “jedwedem nationalsozialistischen und/oder rechtsextremistischen Gedankengut” distanziert.

Bild: Screenshot Youtube

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