Presseschau 31. Oktober 2019

Etwas weniger Hitler, bitte!

In der AfD gibt es Rassisten, Antisemiten, Islamhasser und Geschichtsrevisionisten. Das lässt sich nachweisen. Wer dennoch diese Partei wählt, ist entweder selbst ein Rassist, Antisemit, Islamhasser und Geschichtsrevisionist oder hält diese vier Eigenschaften für nicht so schlimm. Allen anderen sind sie Grund genug, der AfD ihre Stimme zu verweigern und deren Repräsentanten zu bekämpfen. Diese anderen bildeten bislang bei jeder Wahl in Deutschland mindestens drei Viertel der Wählerschaft.

Der Tagesspiegel – https://v.gd/AU2241


Wo kommen nur all die Rassisten her?

Menschen haben ja unterschiedliche Zeitrechnungen. Wir leben nicht nur im Jahr 2019 nach Christus, im Jahr 70 der Bundesrepublik oder 30 nach Mauerfall. Wir, die Menschen mit Kanakenhintergrund, wir zählen auch das Jahr zehn nach Sarrazin, kurz n. S. Vor zehn Jahren gab Thilo Sarrazin, ehemaliger SPD-Finanzsenator in Berlin, der Kulturzeitschrift “Lettre International” ein Interview mit dem Titel “Klasse statt Masse” und plädierte, so kann man das lesen, unterm Strich für eine Einwanderungspolitik auf erbbiologischer Grundlage. Er machte so krude Aussagen wie: “70 Prozent der türkischen und 90 Prozent der arabischen Bevölkerung in Berlin” lebten vom Staat und produzierten “ständig neue kleine Kopftuchmädchen”. Und Türken würden Deutschland per Geburtenrate “erobern”. Da seien ihm “osteuropäische Juden mit einem um 15 Prozent höheren IQ als dem der deutschen Bevölkerung” lieber.

Spiegel Online – https://v.gd/5xHdGr


Nach ausländerfeindlichen Äußerungen: SV Mariendorf veröffentlicht Video gegen Rassismus

Nachdem es beim Spiel gegen den FC Schachten zu ausländerfeindlichen Äußerungen gekommen war, zeigte der SV dem entsprechenden Vereinsmitglied die Rote Karte. Zudem ging er selbst in die Offensive und veröffentlichte auf Facebook und Instagram ein Video, in dem er sich von Ausländerfeindlichkeit distanziert.

HNA – https://v.gd/vb8SjW



Vatikan besorgt über Enthaltungen bei Anti-Rassismus-Kommission

Der Vatikan hat sich zu Enthaltungen rechter Parteien bei einer Abstimmung über eine Anti-Rassismus-Kommission in Italien geäußert. “Das besorgt mich. In einigen Dingen, etwa bei grundlegenden Werten, sollten wir alle geeint sein”, sagte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin laut italienischen Onlinemedien (Donnerstag).

kathpress – https://v.gd/X8flBm


Rassismus im “Elle”-Magazin: Warum die Entschuldigung nicht reicht

Das Fashion-Magazin hat etwas Grundlegendes nicht verstanden. Was das deutsche “Elle”-Magazin sich mit seiner November-Ausgabe geleistet hat, ist schlichtweg rassistisch. “Back to Black – Schwarz ist wieder da: Unwiderstehlich!” – so der Titel der neusten Ausgabe des Fashion-Magazins , das Cover bis auf den pinkfarbenen “Elle”-Schriftzug komplett in schwarz-weiß, geziert wie immer mit einem weißen Model.

NOIZZ – https://v.gd/1KISHQ



Chronik rechtsextremer und rassistischer Gewalt im Oktober 2019

Zur Illustration der Lage in Deutschland stellen wir monatlich rechtsextreme, rassistische und antisemitische Gewalttaten bundesweit zusammen, die in unserer Presseschau vorkommen – diese Chronik basiert also auf Zeitungsmeldungen. Die Chronik ist damit absolut unvollständig, soll aber das Ausmaß klarmachen und wichtigste Vorkommnisse enthalten.

Belltower News – https://v.gd/G6EP8n


Kommentar: Der Uefa sind Sponsoren wichtiger als Menschen

Vor zwei Wochen musste das EM-Qualifikationsspiel zwischen England und Bulgarien wegen rassistischen Gesängen zweimal unterbrochen werden. Dunkelhäutige Spieler wurden beleidigt, vereinzelt gab es Hitlergrüsse zu sehen. Nun gab die Uefa das Strafmass bekannt.

Nau.ch – https://v.gd/de9ES3



Finanzierung für Beratungsstelle gegen Hass im Netz für 2020 gesichert

Die Finanzierung der seit zwei Jahren vom Verein Zara (Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit) betriebenen Beratungsstelle gegen Hass im Netz ist auch nächstes Jahr gesichert. Das gab das Bundeskanzleramt im Zuge eines Besuches von Kanzlerin Brigitte Bierlein und Frauenministerin Ines Stilling am Donnerstag bekannt.

Horizont – https://v.gd/yOTIYh


“Deplatziert”Schalke-Boss Tönnies tritt nach Rassismus-Eklat mit Laschet und Neuer auf – SPD wütet

Ein öffentlicher Auftritt von Clemens Tönnies, der seit Anfang August sein Amt als Schalke-Chef ruhen lässt, am Mittwoch in der Düsseldorfer Staatskanzlei hat Kritik der SPD hervorgerufen. Tönnies war zur Verleihung des Landesverdienstordens an Bayern-Torwart Manuel Neuer gekommen.

Focus Online – https://v.gd/1NiF1j



Grünen-Politikerin Touré wirft Bundesregierung „Rassismus“ in Ausländerpolitik vor

Die Grünen-Politikerin Aminata Touré hat die deutsche Ausländerpolitik scharf kritisiert, weil auch anerkannte Asylbewerber kaum Aussicht auf eine Arbeitsstelle hätten. „Viele Menschen bleiben auf den Sozialstaat angewiesen“, sagte die Vizepräsidentin des schleswig-holsteinischen Landtags der „Welt“ (Freitagsausgabe). Ihre Eltern, die als Asylbewerber aus Mali kamen, hätten eine gute Ausbildung gehabt, so Touré, aber „ihre Abschlüsse wurden nicht anerkannt, deshalb mussten sie zeitweise aufstocken, weil sie nur schlecht bezahlte Arbeit bekamen“.

Epoch Times – https://v.gd/lTvKtk


Wegen Homophobie: US-Polizist erhält Millionen-Entschädigung

Seit 1997 ist Keith Wildhaber Polizist im Bezirk St. Louis im US-Bundesstaat Missouri. Insgesamt 23 Mal sei er seitdem bei einer Beförderung übergangen worden – und zwar nur, weil er schwul ist. Dann hat es ihm gereicht: 2007 hat er seine Dienststelle wegen Diskriminierung und Homophobie verklagt. Das Gericht hat jetzt entschieden, dass Keith Wildhaber Recht hat. Die Jury sah es als erwiesen an, dass der Polizist nur wegen seiner Homosexualität diskriminiert wurde und sprach ihm fast 20 Millionen US-Dollar Entschädigung zu.

Mannschaft Magazin – https://v.gd/hVIRYU



Experten halten GroKo-Zusagen im Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus für unzureichend

Die wichtigste Maßnahme im Bereich der Prävention wäre ein Demokratiefördergesetz, sagte die Diplom-Psychologin Marina Weisband im Deutschlandfunk. Im Moment gebe es viele wundervolle und richtige Projekte. Aber alle könnten nur modellhaft gefördert werden. Das bedeute, Geld gebe es nur in der ersten Periode. Danach seien die Projekte auf sich selbst gestellt, „was natürlich Quatsch ist, weil es an dieser Stelle überhaupt kein Geld zu verdienen gibt.“ Grund sei das Fehlen einer langfristigen staatlichen Förderung, und dafür bräuchte es eine gesetzliche Grundlage. Weisband leitet nach eigenen Angaben beim Verein „Politik-digital“ ein Projekt zur politischen Bildung.

Deutschlandfunk – https://v.gd/1Hqv75


Udo Lindenberg zur AfD: „Das Grauen geht um im Land, nicht nur an Halloween“

Udo Lindenberg hat auf das starke Wahlergebnis der AfD bei der Landtagswahl in Thüringen mit harschen Worten reagiert: „Das Grauen geht um im Land, nicht nur an Halloween.“

Deutschlandfunk – https://v.gd/oqJ2JA



Stärkt die Regierung nun Projekte gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus – oder nicht?

Während unter anderem die Familienministerin gestern verkündete, zum staatlichen Maßnahmenpaket gegen Rechtsextremismus gehöre auch die Verstetigung der Förderprogramme gegen Rechtsextremismus, machen zahlreiche Initiativen und Projekte mobil, weil ihre Arbeit bedroht ist. Wie passt das zusammen?

Belltower News – https://v.gd/gCFMzh


Liederbuch Affäre – Kurz: „Extrem widerlich, zutiefst antisemitisch“

Nach der durch einen „Krone“-Bericht ans Tageslicht gekommenen Liederbuch-Affäre rund um die steirische FPÖ gehen nicht nur bei den Freiheitlichen, sondern auch bei deren politischen Mitbewerbern die Wogen hoch. Noch am Mittwochabend gab es eine Reihe von Reaktionen aus der steirischen Landespolitik, am Donnerstagvormittag meldete sich auf Bundesebene auch Altkanzler und ÖVP-Chef Sebastian Kurz kritisch zu Wort und bezeichnete die Texte als „extrem widerlich“ und „zutiefst antisemitisch“.

Kronen Zeitung – https://v.gd/CxVcYa



Reformationstag: Evangelische Bischöfe verurteilen Ausgrenzung

Bei den Feiern am diesjährigen Reformationstag haben evangelische Geistliche zu mehr Toleranz und Verständigung in der Gesellschaft aufgefordert. In einem Gottesdienst in der Schlosskirche in Wittenberg, dem Ausgangspunkt der Reformation vor mehr als 500 Jahren, wandte sich die stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, am Donnerstag gegen Ausgrenzung. Gegenwärtig zögen Spuren von Menschenverachtung und hasserfüllter Wut durch sämtliche Teile Europas und der ganzen Welt, sagte die westfälische Präses. Sie forderte, den Mund aufzumachen, “wo die Würde und die Freiheit anderer in den Dreck gezogen werden”.

evangelisch.de – https://v.gd/BiwhHc


„Eine Schande für unser Land“

Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle mit zwei Toten und dem wohl noch lange nachwirkenden Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat das Landesparlament am Mittwoch ohne Gegenstimme eine Entschließung verabschiedet, in der alle Hessen zum Einsatz gegen rechte Hetze und Gewalt aufgerufen werden. Den Antrag dazu hatten die Regierungsparteien CDU und Grüne gemeinsam mit den oppositionellen SPD und FDP eingebracht. „Hass, Ausländerfeindlichkeit und Angriffe auf die Menschenwürde haben keinen Platz in Deutschland und Hessen“, ist er überschrieben.

Mannheimer Morgen – https://v.gd/Qhm49m