Presseschau 1. November 2019

Heraus zum World Resistance Day

„Wir können uns nur auf uns selbst verlassen. Unsere Freundinnen und Genossinnen vor Ort sagen, dass ihnen der internationale Protest Mut macht. Lasst uns also nicht nur gegen den türkischen Faschismus und seine hiesigen Handlanger demonstrieren, sondern auch den Kämpfenden zeigen, dass wir sie nicht vergessen haben und ihnen mit unseren Aktionen Mut und Kraft wünschen”, schreibt TOP B3RLIN in ihrem Aufruf zur Demonstration am Samstag in Berlin zm 12 Uhr auf dem Alexanderplatz/Neptunbrunnen. Weiter heißt es in ihrem Aufruf:

ANF News – https://v.gd/gmM9bl


Original mit Untertiteln Über die Sprachpflege der Niederländer

Die Niederländer sind ein stolzes Volk. Besonders stolz sind sie auf drei Dinge: Sie haben 2001 als erstes Land weltweit die Homo-Ehe eingeführt, was seitdem immer wieder als Totschlagargument dafür herhalten muss, dass die Niederländer auch in allen anderen Belangen Toleranzweltmeister sind. Kurioserweise höre ich auch ständig von Holländern, wie stolz sie auf die Qualität ihrer Wege sind. Es erscheint mir zwar etwas absurd, dass sich durch schlaglochfreie Straßen solch ein gesamtgesellschaftliches Behagen erzeugen lässt, aber ich fahre auch kein Auto, also was weiß ich schon?

Berliner Zeitung – https://v.gd/PjUMxy


Katholische Religionslehrer zu umstrittenem AfD-Pädagogen: “Kritik hat gerade im Religionsunterricht ihren Platz”

Er ist lokaler Abgeordneter der AfD und im Internet fällt er durch kritische Inhalte gegen Papst Franziskus auf: Ein Religionslehrer in Sachsen sorgt für Unruhe, doch das Bistum Dresden-Meißen hält an ihm fest. Wie ist der Fall einzuordnen?

Domradio.de – https://v.gd/PpZGGk



Christkind ist nicht blond genug: Der Pfeil ins Herz der AfD-Seele ** TOP-ARTIKEL

Ein weiterer Beleg, wie die AfD tickt, findet sich in der Causa um das Nürnberger Christkind. Ein Kommentar. Eigentlich hätte es keines Beweises mehr bedurft, dass es sich bei der AfD um eine Partei handelt, die im Völkischen ihr Heil gefunden hat. Ihre politische Agenda ist auf den Nationalstaat fixiert, der seinen Fokus auf diejenigen richtet, die im Blut-und-Boden-Sinne über Generationen in der Heimatmarkierung verwurzelt sind. Und die sind, so hätten sie es wohl gerne bei der AfD, weiß.

Frankfurter Rundschau – https://v.gd/OxyBy8


„Organisierte Nötigung“: AfD-Vorstand beklagt Absagen von Gastronomen

Das AfD-Bundesvorstandsmitglied Stephan Protschka beklagt, dass Gastronomen geplante AfD-Veranstaltungen oftmals wieder absagen würden. Dahinter vermutet der AfD-Mann „unfassbare Machenschaften“ sowie „niederträchtige und feige Aktionen“. Gastronomen würden „massiv genötigt“.

Tageskarte – https://v.gd/2m2Qaa



EKD-Synodenpräses: Mit AfD-Anhängern über Ängste reden

Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Irmgard Schwaetzer, hat sich besorgt über die “Anhänglichkeit an die AfD in bestimmten Bereichen der evangelischen Kirche” geäußert. Häufig führten “Ängste vor Veränderung und vor dem Fremden” zu abgrenzenden Haltungen, sagte Schwaetzer am Freitag dem Radiosender WDR 5. “Deshalb ist Dialog ganz wichtig mit Menschen, mit denen man noch reden kann.”

katholisch.de – https://v.gd/OPd740


“Hier begegnet uns die hämische Fratze des Rassismus”

CSU-Politiker haben den rassistischen Kommentar eines AfD-Kreisverbands zum neuen Nürnberger Christkind kritisiert. “Hier begegnet uns die hämische Fratze des Rassismus, den die AfD als ihre Geisteshaltung immer gerne leugnen möchte”, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schrieb auf Twitter von einem “schäbigen Verhalten” einzelner AfD-Funktionäre. “Diese Hetze dürfen wir nicht zulassen”, warnte er.

Zeit Online – https://v.gd/sP880x



Empörung über AfD-Tweet zum Nürnberger Christkind

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat den Kommentar des Kreisverbands München-Land der rechtspopulistischen Partei “Alternative für Deutschland” (AfD) auf die Wahl von Benigna Munsi zum Nürnberger Christkind als “schäbiges Verhalten” gebrandmarkt. “Diese Hetze dürfen wir nicht zulassen”, schrieb der CSU-Politiker auf Twitter. Söder übermittelte Munsi bei Twitter einen “herzlichen Glückwunsch” zu ihrer Wahl. “Ich freue mich sehr für sie”, schrieb er.

Deutsche Welle – https://v.gd/qexHRk


Was? Was darf man nicht mehr sagen?

Seit bald einer Woche sind die Thüringer Wahlergebnisse bekannt. Knapp ein Viertel der Stimmen in dem kleinen Bundesland fielen an die AfD, trotz oder wegen des dortigen Parteivorsitzenden Björn Höcke und dessen nationalistischem Furor. Seither tummeln sich Deuter des Phänomens ebenso vor Kameras und Mikrophonen der Medien wie AfD-Vertreter selber. Parallel dazu erklingt ein aufgebrachter Chor, der klagt, dass Leute wie diese kaum zu Wort kämen. So etwa der sächsische Anrufer bei einer Debatte im Deutschlandfunk, der den Eindruck hatte, in der Anne-Will-Runde vom Wahlabend sei der AfD-Gast oft unterbrochen oder „in die rechte Ecke gestellt“ worden. Allgemein dürfe man ja, zürnte der Hörer, nicht mehr sagen, was man denke! Zeit für mehr Dialog mit ihm blieb leider nicht, andere Hörer waren in der Warteschleife.

Der Tagesspiegel – https://v.gd/iBBvcb



Thüringer Rechenkunst

Der aufregenden Wahl zum Thüringer Landtag am vergangenen Sonntag folgte ein zweiter Aufreger: Das bisher Undenkbare, eine irgendwie geartete Zusammenarbeit zwischen Linkspartei und CDU, schien plötzlich denkbar, nachdem sich der Thüringer CDU-Chef Mike Mohring nach der herben Wahlniederlage seiner Partei und dem deutlichen Wahlsieg der Linkspartei demütig gezeigt hatte. Aus Einsicht in die »Verantwortung für das Land« oder mit dem Kalkül der eigenen Beteiligung an der Macht – die Episode ist vorüber. Mohring hat samt seiner CDU die angestammten Positionen im politischen Koordinatensystem wieder eingenommen. Und die Frage lautet eher, wie groß die Gefahr eines Rechtsrucks im Landtag ist – trotz des Wahlerfolgs der Linkspartei.

neues deutschland – https://v.gd/mJS4Wm


SPD-AfD-Gesindel

Joe Weingarten will wohl mit allen Mitteln AfD-Wähler zurück zur SPD holen. Koste es, was es wolle. So bezeichnete der 57-Jährige Sozialdemokrat, der 2017 versuchte, in den Bundestag zu gelangen, vor einem Jahr Geflüchtete als »Gesindel«. Seinem eigenen SPD-Kreisverband Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) ging diese rassistische Äußerung zwar zu weit – er distanzierte sich schnurstracks von Weingarten und erklärte, dieser habe »keine politische Zukunft« in dem Wahlkreis. Doch Weingarten hat es jetzt trotzdem in den Bundestag geschafft. Er erbt den Landeslistenplatz von Ex-SPD-Chefin Andrea Nahles, die zum Monatswechsel aus dem Parlament ausschied.

neues deutschland – https://v.gd/C1bZMI



AfD-Fan fährt mit Auto in Gegendemonstrant*innen – Polizeiermittlungen zweifelhaft

Am Rande eines Protests gegen eine AfD-Veranstaltung in Mülheim an der Ruhr am Dienstag, soll ein AfD-Fan mit seinem Auto in eine Menschenmenge aus Gegendemonstranten gefahren sein. Die Polizei ermittelt nun wegen Sachbeschädigung am Auto. Wir haben mit Zeugen gesprochen. Ihre Sicht ist eine andere als die der Polizei.

Belltower News – https://v.gd/ZuYpFg


Eine Utopie kehrt zurück

Vor 30 Jahren schien die Sache sonnenklar: Der Sozialismus wurde – in der DDR wie im ganzen Ostblock – hinweggefegt. Die Menschen im Osten wollten so leben wie im Westen: in Wohlstand, ohne Gängelung, mit Meinungs- und Reisefreiheit. Das sozialistische Experiment war nach gut 70 Jahren und Millionen von Opfern weltweit krachend gescheitert, der Kalte Krieg war entschieden. Das Ende der Geschichte schien nah.

Weser Kurier – https://v.gd/iKkvks



„Man dringt zu manchen Menschen gar nicht mehr durch“

Eva Sagemüller hat sich schick gemacht, im dunkelblauen Kleid mit silberner Brosche wartet sie im Konferenzraum eines Dresdner Hotels auf ihre Gesprächspartnerin, die ihr bei „Deutschland spricht“ zugelost wurde. Sagemüller ist Dresdnerin, sie floh 1980 in den Westen und kam vor 15 Jahren zurück in ihre Heimatstadt. Sie habe sich bis heute noch nicht vom „Rückkehrschock“ erholt, sagt sie, besonders die Entwicklung der vergangenen Jahre mache ihr zu schaffen – Frust, Pegida, AfD. „Ich verstehe Ältere, die nach der Wende keine Fuß mehr auf den Boden gekriegt haben“, sagt die 67 Jahre alte Lehrerin. „Aber die Krawallmacher jetzt, die sind mir absolut unbegreiflich.“ Sie sei erschüttert, wie bestimmte Ansichten auch in gebildeten Kreisen um sich griffen und hofft deshalb, hier mit einem „krassen Partner“ in Kontakt zu kommen.

FAZ – https://v.gd/PDYy78


Fack ju Smartphone

Über das Frauenbild kann man streiten, darüber, wie Homophobie abgebildet wird, auch. Trotzdem: Bora Dagtekins “Das perfekte Geheimnis” ist eine oft sehr komische Komödie – die auch noch klug Digitalkritik übt.

Spiegel Online – https://v.gd/QCIcg6



Die Angst vor der Körperauflösung

Vor etwa 40 Jahren wurde das Buch „Männerphantasien“ des Kulturtheoretikers Klaus Theweleit viel diskutiert. Es beschrieb einen Männertyp, der den Faschismus ermöglichte. Nun erscheint eine Neuausgabe mit aktuellem Nachwort des Autors.

Deutschlandfunk Kultur – https://v.gd/FBp9z1


Rassismusverdacht: Wirbel um Vorfall beim deutschen Judobund

Die “FAZ” berichtet, dass ein 18-jähriger deutscher Judoka von einem Landestrainer rassistisch beschimpft und gar körperlich angegriffen wurde. Der Judo-Verband bestätigte inzwischen, dass der Fall untersucht wird. Der Deutsche Judo-Bund untersucht einen Vorfall zwischen einem Athleten mit afrikanischen Wurzeln und einem Trainer während der Vorbereitung auf die U-21-Weltmeisterschaft. “Es gab einen Vorfall, ein Trainer soll sich schlecht verhalten haben”, sagte DJB-Präsident Peter Frese am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

t-online.de – https://v.gd/MFTS56



Zeichen gegen Antisemitismus: Zusatzschild am Paul-Falk-Weg neu aufgestellt

Ein gemeinsames politisches Signal gegen Antisemitismus in Arnsberg setzte jetzt Bürgermeister Ralf Paul Bittner zusammen mit Kollegen aus Verwaltung und Politik bei der Wiederaufstellung des Zusatzschildes am „Paul-Falk-Weg“ in Arnsberg. Menschen, die Zerstörung, Schmierereien und Antisemitismus im Sinn haben, sind auch in Arnsberg unterwegs. Dies mussten die Anwohner des Paul-Falk-Weg erfahren. Das Zusatzschild zur Straßenbezeichnung, welches darüber aufklärt, wer Paul Falk war, wurde Anfang letzter Woche beschmiert und das Wort „jüdisch“ entfernt.

Sauerland Kurier – https://v.gd/PLt4tD


Konkurrenz für den Bürgerblock

Die Landtagswahl in Thüringen am vergangenen Sonntag war einmal mehr ein großer Erfolg für die AfD. Sie erhielt 23,4 Prozent der Zweitstimmen und gewann elf Wahlkreise direkt. In absoluten Zahlen konnte sie ihr Zweitstimmenergebnis von 2014 mehr als verdoppeln. Vor fünf Jahren hatte die Partei 99.500 Stimmen erhalten, nun waren es knapp 260.000 – eine Steigerung um 160,5 Prozent. Bei einer von 52,7 auf 64,9 Prozent gestiegenen Wahlbeteiligung machte offensichtlich ein Großteil der 167.000 zusätzlichen Wähler sein Kreuzchen bei der AfD. Wie zuvor schon in Brandenburg und Sachsen stieg die Partei nun auch in Thüringen zur zweitstärksten Kraft im Landtag auf.

junge Welt – https://v.gd/pnGUIU



Das Einheits-Gold wird braun

Die deutschen Farben sind nicht einfach nur Farben: Wer die Symbolik liebt, der kann die Zeit von 1949 bis 1989, den Weg der Bundesrepublik bis hin zur Wiedervereinigung, anhand von Schwarz, Rot und Gold beschreiben: Die Nachkriegsgeschichte beginnt mit dem Schwarz der CDU Adenauers und der Eingliederung Westdeutschlands in das westliche Bündnis. Es folgt das Rot der Brandt-SPD mit der neuen Ostpolitik. Dann kommt das Gold der Wiedervereinigung, die vor 30 Jahren mit dem Fall der Mauer begann. Schwarz, Rot, Gold: Das ist die bundesdeutsche Nachkriegsgeschichte. In das Gold des glückseligen Jubels von 1989 drängen sich aber seit Jahren immer mehr braune Streifen. Sie werden immer fetter. Das Gold wird braun. Das ist die bittere Feststellung zum 30. Jubiläum.

Süddeutsche Zeitung – https://v.gd/Okt84z


Die Jugend rebelliert nun auf Netflix

Der Schullektüre-Klassiker “Die Welle” des US-Schriftstellers Morton Rhue (69) stammt aus den 1980er Jahren. Im Jahr 2008 brachte Regisseur Dennis Gansel (46) die Story ins Kino, mit unter anderem Jürgen Vogel (51) und Frederick Lau (30) in den Hauptrollen. Nun erreicht der Stoff mit “Wir sind die Welle” die Streaminglandschaft. Die neue Netflix-Serie umfasst sechs Folgen und ist frei inspiriert von der Buchvorlage, denn das Ganze kommt in einem neuen Gewand daher.

Gala – https://v.gd/RNKzzc



“Heil Hitler, ihr alten Germanen” steht in mehreren Liederbüchern

Die Parallelen sind frappierend. Ende Jänner 2018 wird in Niederösterreich gewählt, eine Woche zuvor ein Liederbuch mit antisemitischen und rassistischen Texten in der pennalen Burschenschaft „Germania zu Wiener Neustadt“ bekannt. Udo Landbauer ist Mitglied der Verbindung und FPÖ-Spitzenkandidat. Die Affäre kostet ihn, wenn auch nur für kurz das Amt – aber keine Stimmen. Im Gegenteil. Die FPÖ gewinnt trotz des „Liederbuch-Skandals“ über 6 Prozent der Stimmen in Niederösterreich, im Bund regiert die Partei mit Sebastian Kurz‘ ÖVP.

Kurier – https://v.gd/bWxtnU


Spurensuche auf jüdischen Friedhöfen

Der Angriff eines rechtsradikalen Täters auf eine Synagoge in Halle entsetzte ganz Deutschland. Jüdische Menschen sind auch im Alltag immer wieder Zielscheibe von Antisemitismus. Ein Gegenmittel ist die Information und Aufklärung, um Vorurteile auszuräumen. Deshalb hatte das Angermünder Bürgerbündnis in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Brandenburg am Dienstagabend im Angermünder Rathaus zu einem Vortrag eingeladen. Im voll besetzten Ratssaal sprach Anke Geißler-Grünberg von der Universität Potsdam zum Thema “Jüdische Friedhöfe: Eine Spurensuche”. Seit Jahren sind sie und ihre Projektgruppe dabei, die Erinnerung an jüdisches Leben in Brandenburg und Berlin am Leben zu erhalten. “Jüdische Friedhöfe sind heutzutage die einzigen authentische Gedächtnisorte”, sagte sie. “Sie bieten Anhaltspunkte, wer wo und wie gelebt hat.” Doch die Aufarbeitung der Geschichte und der Erhalt von Grabstätten und Grabsteinen sei ein Wettlauf mit der Zeit für die Leute, die sich vor allem ehrenamtlich darum kümmern.

MOZ.de – https://v.gd/aLyMW6



Über „Du Jude“ muss geredet werden

Ein Projekt aus Essen will Schüler sensibel für Antisemitismus und Rassismus machen. Das fängt bei ihren eigenen Erfahrungen und Verhaltensweisen an. Staatssekretärin Serap Güler traf sich in der Alten Synagoge in Essen mit Beteiligten des Projekts.

RP Online – https://v.gd/gsDgKt