Protest gegen die Zustände im Flüchtlingsheim Bremen-Vegesack

Heute hatten sich vor der Bremer Sozialbehörde rund 50 Menschen für eine Demonstration gegen die Zustände im größten Bremer Flüchtlingsheim im Nordstadtteil Vegesack eingefunden. Grund der Demo waren zum einen in der Vergangenheit vorgekommene Auseinandersetzungen zwischen acht Afrikanern und Sicherheitspersonal. Darüber hinaus werden auch die Lebensumstände in der Unterkunft bemängelt.

Nach Angaben der Demonstranten gegenüber dem Radio Bremen Nachrichtenmagazin buten un binnen haben in der Flüchtlingsunterkunft in der Lindenstraße Sicherheitsleute acht Afrikaner rassistisch provoziert und angegriffen. Nach dem Einschreiten der Polizei wird nun gegen beide Gruppen ermittelt.

Einst ein moderner Vorzeigekomplex

Darüber hinaus kritisieren die Teilnehmer der Demo die Lebensumstände im Flüchtlingsheim, welches in einem riesigen Bürokomplex beherbergt ist, welcher früher die Zentrale der weltweit mächtigen Vulkan-Werft war. Nach der Vulkan-Pleite wurde der Komplex zunächst als Büro weitergenutzt, unter anderem auch eine Zeit lang von einem asiatischen Autobauer als Deutschlandzentrale. Mittlerweile ist der einst moderne Vorzeigekomplex dem Verfall mehr oder minder frei gegeben.

Nun ja, für die Flüchtlingsunterbringung scheint es noch zu reichen denkt man sich anscheinend bei der Bremer Sozialbehörde. Die Zimmer sind laut den Demonstranten in den ehemaligen Großraumbüros nicht richtig von einander abgetrennt und die Fenster sollen sich gar nicht mehr öffnen lassen. Da kann man ja nur von Glück sprechen, dass dieser Sommer nicht so heiß bislang wird, denn es ist kein Märchen, wenn man sagt, dass Afrikaner nicht unendlich viel Hitze ertragen. Mal abgesehen von der stickigen Luft die hinzu kommt.

Kritik zurück gewiesen

Ein Sprecher der Sozialbehörde wies die Kritik zurück. Punkt. Fertig für die Sozialbehörde in Bremen. Da kann man nur hoffen, dass die Unterstützer der Menschen im Flüchtlingsheim mehr Ausdauer wie die Sozialbehörde haben und weiter gegen Ungerechtigkeiten kämpfen.

Was die Unterbringungsmöglichkeiten in Bremen betrifft: Sie sind wirklich bescheiden. Stadtstaat eben. Es ist auch keine generelle Kritik an dem Standort selbst. Aus Sicht der Behörden war es sicherlich auch eine kluge Wahl sich für diesen Standort zu entscheiden. Aber in die Unterbringung von Menschen muss man eben auch für ein wenig Menschenwürde investieren. Dieses vernünftig und umsichtig. Keiner der geflüchteten Menschen dort erwartet Luxus. Aber ein wenig Privatsphäre und eine Unterbringung die dem Menschen würdig ist. Denn es sind keine Wirtschaftsflüchtlinge, sondern Menschen, die ihr Traumata zu tragen haben. Und sie benötigen Hilfe sowie Schutz und nicht das Gefühl des Alleingelassenwerdens. Die Zeiten wo in Deutschland Afrikaner in Zoos ausgestellt wurden sind Gott sei Dank schon lange vorbei.

Frank Schurgast

Bild: WeserReport

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