Rassismus: Sulaiman Masomi schleicht sich mit seinen Botschaften ins Gewissen des Publikums

Seine Geschichten wirken unterhaltsam und harmlos, aber Vorsicht. Seine Botschaften mit Tiefgang und feiner Satire kommen nicht mit dem Holzhammer, sondern entfalten ihre Wirkung zeitverzögert – leise, unaufdringlich und subtil. Der Deutsch-Afghane Sulaiman Masomi ist Schriftsteller, Rapper und Poetry Slammer. Er ist 1979 in Kabul geboren und in Krefeld aufgewachsen. In der Poetry-Szene ist er mit mehr als 1000 Auftritten durchaus ein Begriff, als Komödiant auf den deutschen Kleinkunstbühnen und im Fernsehen aber noch nicht.

Deshalb fragt er das Publikum im kleinen Saal der Kulturfabrik, wer ihn vom Gymnasium Horkesgath aus seiner Stufe kennt. Etwa ein Drittel outet sich als ehemalige Schulkollegen. Seine Anhänger wie die Erstbesucher erleben fortan einen nachdenklichen Poeten, der viele kleine Alltagsgeschichten erzählt, die allerdings in Wortwahl und Aussagekraft alles andere als alltäglich sind.

Sein neues Programm Morgen-Land vereint – schon im Titel – Herkunft und Zukunft und will seinem Zuhörer einen Spiegel vorhalten. Eindringlich setzt er sich mit Vorurteilen aller Art auseinander und mit den Ängsten, die daraus entstehen. Selten wird er dabei bissig, wählt lieber die feine Klinge des geschliffenen Wortes und des hintersinnigen Humors. „Ich fange an beim Einzeller und ende beim mächtigsten Mann der Welt, bei Donald Trump, wobei sich der Kreis schließt“, lästert er, um sich dann der AfD zuzuwenden. „Nur 12,8 Prozent der Bevölkerung setzen nach einer Untersuchung ihr Gehirn sachgemäß ein. Etwa gleich viele wählen die AfD.“ Das seien im Übrigen keine Protest- sondern Ideologiewähler.

Damit beendet Masomi auch schon seinen politischen Exkurs und widmet sich den Vorurteilen. Die erlebe er als schwarzhaariger bärtiger Mann mit südländischem Aussehen häufiger. „Ich werde sofort als Gefahr angesehen.“ Kanake sei ja gemeinhin ein Schimpfwort, sofern es ein Deutscher benutzt. Er selbst hingegen dürfe das ungestraft sagen, was also eine Frage der Herkunft sei. So berichtet er von deutschen Polizisten, die eher Ausländer kontrollieren, wobei als Alibi jeder zehnte Überprüfte ein Deutscher sei.

Bild: LVZ

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