So malerisch Oberösterreich auch sein kann, so sehr ist es anscheinend auch durch einen Hinterzimmer-Rassismus geprägt. In manchen Fällen dringt er halt aber auch mal nach Außen. So wie dieses mal wieder, als ein Tourismus-Chef zu einem Foto der US-Superstars Magic Johnson und LL Cool J postet:
Sind die mit dem Schlauchboot gekommen?
Aber wie kam es zu dieser rassistischen Entgleisung überhaupt? Ein Fotograf, der der ÖVP nahe steht, postete Fotos auf Facebook aus dem “Le Club 55” aus St. Tropez.
Auf einen der Bilder waren die US-Stars Magic Johnson und Rapper LL Cool J zu sehen. Dieses ist erst einmal nichts besonderes. Beide sind öfters in diesem Promi-Nachtclub zu Gast. Wie es so ist, folgten schon bald die ersten Kommentare. Einer davon von einem Tourismus-Chef aus Oberösterreich, der laut dem Magazin “Heute” aus Österreich ebenfalls der ÖVP sehr nahe steht und mit dem Fotografen befreundet ist. Er postet mit einem Zwinker-Emoji:
Oder sind gerade mit dem Schlauchboot von Libyen rübergekommen.




















Empörung und Reue
Empört zeigt sich nun die SPÖ:
Dieser widerliche Kommentar zeigt, wie sehr die FPÖ bereits auf die ÖVP abgefärbt hat. So etwas ist leider kein Einzelfall. Ich würde mir wünschen, dass sich die Volkspartei wieder verstärkt auf christlich-soziale und demokratische Werte besinnt.
SPÖ-Landesgeschäftsführer Georg Brockmeyer gegenüber dem Magazin “Heute”.
Reue hingegen beim Tourismus-Chef. Er sagt dem Magazin “Heute” auf Nachfrage:
Es tut mir sehr leid. Es war ein Fehler. Ich entschuldige mich, ich habe das Posting bereits gelöscht.
In Österreich gehören die Hinterzimmer-Rassisten eher zum Tagesgeschehen. Ähnlich unseren Stammtisch-Kameraden. Nicht zu verachten, auch zu kritisieren, aber am Ende eher nicht gefährlich.
Wenn sich nun aber eine öffentliche Person dazu hinreißen lässt, sollte doch eher genau hingeschaut werden und dieses nicht auch als eine Lappalie abgetan werden. Und schon gar nicht in einem Land, in dem mit der FPÖ eine rechtsextremistische Partei starken Einfluss hat.
Ein Tourismus-Chef mit rassistischen Äußerungen? Da sei die Frage erlaubt: Wie behandelt Oberösterreich seine Besucher aus aller Welt künftig? Die Position dieses Rassisten sollte überdacht werden, denn eine einfache Entschuldigung reicht da nicht aus.
Frank Schurgast
Titelbild: Bundesland Oberösterreich
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