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“Scheißhaufen” vertreibt AfD in Essen: Kreativität vor Rechtsextremismus

Essen/Bremen (fs) – Am vergangenen Samstagvormittag präsentierte sich die AfD im Essener Stadtteil Holsterhausen. Aufstehen gegen Rassismus Essen (AgR) schickte, wie sie in einer Pressemitteilung verlauten ließ, einen lebensgroßen “Anti-AfD-Scheißhaufen” vorbei. Die offen rassistische Partei zeigte sich wenig erfreut und packte kurz darauf ihre Sachen.

Es war um kurz nach 10 Uhr morgens, als ein AgR-Aktivist bereits mit einem „FCK AfD“-Plakat vor der Kirche in der Gemarkenstraße stand. Die anwesenden Vertreter:innen der AfD waren ein wenig erstaunt, dass die “Linken” der “Merkeljugend”, die ja “arbeitslos” seien so früh schon auf den Beinen waren. Nach der Verdauung des kurzen Schockmoments ließen sie sich aber durch den sichtbaren Widerspruch nicht weiter stören, sprachen Passant:innen an und versuchten ihr Kurzwahlprogramm unter die Leute zu bringen. Anwesend die AfD-Kandidat:innen Günter Weiß, Andrea Pousset und Stefanie Brecklinghaus, später auch der Bundestagsabgeordnete Stefan Keuter.

Der sichtbare Widerspruch kam bei den Passant:innen offenbar wesentlich besser an als die Partei. So gab es zwar kein “Demogeld”, dafür aber gratis Kaffee und ganz viel moralische Unterstützung. Flyer der AfD wurden dagegen vor deren Augen zerrissen. Nachdem die AfD dennoch nicht einpackte, und obwohl ihr Infostand mit Botschaften wie “FCK AfD” und “Black Lives Matter” verschönert wurde, entschied Aufstehen gegen Rassismus die neue Superkraft in den Stadtteil zu schicken.

Der Aktivist mit dem “FCK AfD”-Schild trat ab sofort in einem aufblasbaren “Scheißhaufen”-Kostüm vor dem AfD-Stand auf und war ein begehrtes Selfie-Motiv.

Die AfD ist eine faschistische Partei im Werden. Durch die Normalisierung von Rassismus, durch gezielte Tabubrüche und durch die Hetze gegen alle Menschen, die nicht in ihr rechtes Weltbild passen, schafft die AfD den Nährboden für rassistische Gewalt. In Holsterhausen und überall sonst in Essen lassen wir ihnen das nicht durchgehen. Rassistische Scheiße kann man auch mal mit Scheiße bekämpfen.

Erklärung des AgR-Aktivisten

Das war der AfD dann offenbar doch zu peinlich. Nach nur fünf Minuten packte sie ihre Sachen.

Gleichzeitig informierte Aufstehen gegen Rassismus auf einer Kundgebung in unmittelbarer Nähe des Einkaufszentrum Limbecker Platz. Insbesondere die NRW-Kommunalwahlzeitung und die neuen “Fact Sheets” waren sehr begehrt. In den Wochen bis zur Wahl sollen weitere kleinere Kundgebungen in Essen stattfinden, beispielsweise nächsten Samstag in der Kettwiger Straße vor dem Burgplatz. Am 12. September, dem Tag vor den Wahlen, findet unter dem Motto “RedLine – Solidarität ist alternativlos!” eine Demonstration statt. Start ist um 15 Uhr auf dem Kennedyplatz.

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