Schüler protestieren in Bremen gegen die AfD

In Bremen werden Parteivertreter aus Anlass der anstehenden Bürgerschaftswahl in Schulen eingeladen. Die Schülerinnen des Schulzentrums Walle fanden es falsch, die AfD mit dabei zu haben – und protestierten. Damit bissen sie bei ihrem Schulleiter jedoch auf Granit.

Vor dem Schulzentrum Walle hat sich eine kleine Menschenmenge versammelt. Sie halten Schilder hoch, auf denen steht: „Wir sind mehr.“, oder „Omas gegen rechts.“ Flankiert werden sie von der Polizei. Gleich findet in der Aula der Schule eine Podiumsdiskussion zu den Bürgerschaftswahlen statt. Mit dabei: Vertreter der SPD, Grünen, CDU, FDP, der Linken und der AfD. Dass die AfD hier eingeladen wurde, passt den Demonstranten nicht:

„Ich finde, dass rassistische Parteien nichts an Schulen zu suchen haben, weil wir bieten damit der rassistischen Partei ein Bühne ihre Propaganda da schwingen zu können und das darf überhaupt nicht sein, natürlich muss man sich kritisch damit auseinander setzen, aber nicht in einer Podiumsdiskussion in einer Institution, die eben eine Schule ist“, sagt die Schülerin Jasmin Behrens.

Sie hatte vergangene Woche mit einem Protestbrief an den Schulleiter die Diskussion an der Schule entfacht und die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Podiumsdiskussion gelenkt. Auch nach intensiven Gesprächen mit Lehrern und anderen Schülern findet sie es nicht richtig, dass die AfD eingeladen wurde.

Schüler sollen sich mit Gegenpositionen auseinandersetzen

Ihr Schulleiter Matthias Möller ist anderer Ansicht. Die Schule habe Vertreter demokratischer Parteien eingeladen, ihr Kriterium war dabei: Die Parteien müssen im Bundestag sitzen und sowohl für die Europa- als auch für die Bürgerschaftswahl kandidieren. Die Schüler müssten lernen, sich auch mit Positionen auseinander zu setzen, die sie ablehnen, argumentiert Möller:

„Wir haben dann innerhalb der Schulleitung gesagt, dass wir die Argumente der Schülerinnen verstehen, dass wir aber schon finden, dass eine Bildungseinrichtung auch dazu da sein muss eine Vielfalt anzubieten und die Parteien, die diesen Kriterien entsprechen eben auch einzuladen und mit ihnen zu diskutieren.“

Bild: Michael SteinhuberSchuleOhneRassismusKKGCC BY-SA 4.0

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