Schwulenhass in Afrika

Für viele Afrikaner ist Homosexualität etwas Abartiges. Die katholische Kirche und Evangelikale schüren den Hass.

«Informiert uns weiter über sie, damit wir die Bedrohung ausmerzen können»: Mit seinem Aufruf zur Denunzierung von Homosexuellen sorgte der Gouverneur von Daressalam, der grössten Stadt Tansanias, international für Empörung.

Überrascht war Paul Makonda nicht über die Reaktionen: «Ich weiss, dass diese Aktion einigen Ländern nicht gefallen wird», sagte er vergangene Woche. Doch er könne sich nicht zurücklehnen und Menschen erlauben, das Falsche zu tun, nur weil einige Länder diese Art von Verhalten billigten.

Die USA und die EU gaben Reisewarnungen für das ostafrikanische Land heraus. Die US-Botschaft in Tansania rät Besuchern, ihre Social-Media-Kanäle auf «belastende» Posts und Bilder hin zu untersuchen; die EU zog ihren Botschafter aus Protest zurück.

Regierung krebst zurück

Die tansanische Regierung hat sich letztes Wochenende von Makondas Äusserungen distanziert. Allein: Ein fahler Nachgeschmack bleibt. Denn um den Aussetzer eines zweifelhaften Regionalpolitikers handelt es sich nicht: Homophobe Rhetorik ist in Tansania auf höchster politischer Ebene salonfähig.

Präsident John Magufuli machte nach seinem Wahlsieg 2015 deutlich: Wer «gegen die Natur» handle, dem drohten bis zu 30 Jahre Haft. Die Regierung von Tansania geht laut Human Rights Watch hart gegen Homosexualität vor.

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