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Shame on you, Mr. Seehofer oder “Hurra, wir haben wieder eine Endlösung!”: Ein Kommentar zur Aufnahme von Flüchtlingskindern

Ein Kommentar von Frank Schurgast

Knapp 50 minderjährige Geflüchtete wurden aus den Elendslagern auf den griechischen Ägäisinseln nach Deutschland geholt. 47 von etwa 40 000 Menschen. Für Bundesinnenminister Horst Seehofer reichte das aus, um sich zu brüsten: “Wir setzen damit ein konkretes Zeichen europäischer Solidarität.” Ein bisschen viel Selbstlob für eine minimale Geste. So erfreulich die Rettungsaktion ist, so gnadenlos zeigt sie doch auf, dass Europa die Dimension seiner Probleme nicht verstanden hat oder verstehen will.

In der vergangenen Woche haben die im Lager Moria entstandenen Selbsthilfegruppen einen Appell an die EU und ihre Regierungen gerichtet: “Wir sind alle nach Europa gekommen, weil wir wie Menschen leben wollen.” Es gibt in Deutschland genügend Orte, die sich bereit erklärt haben, ihnen Sicherheit zu bieten. Also holt sie her. Alle.

Doch die Angst vor der AfD und anderen rechten Gruppierungen scheint es vor allem Bundesinnenminister Horst Seehofer von der CSU sowie seiner gesamten Partei schwer zu machen auf das Elend der Flüchtlinge auf den griechischen Inseln angemessen zu regieren. Und wie von selbst hat jeder aufrechte Christ bei der CSU, aber auch bei der CDU, anscheinend ganz beiläufig vergessen, wofür das C eigentlich steht.

C wie Christlich bedeutet Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft. Die Kirchen täten gut daran, jeden einzelnen Unionspolitiker der Kirche aufgrund seines nicht christlichen und unmenschlichen Verhaltens der Kirche zu verweisen. Denn dass, was die meisten Herrschaften von den Unionsparteien zur Zeit treiben ist nichts anderes wie Gottesfrevel.

Und derjenige, der sich nun vor die Presse stellt und sich feiern lässt aufgrund von rund 50 aus der Hölle geholten Flüchtlingskinder, dieser Bundesinnenminister, ist die Scharm in Person – Shame on you, Mr. Seehofer.

Gerade die Flüchtlingskinder, Herr Seehofer, sollten sie einmal in der Hölle von Moria besuchen. Hungrig, Krank, oft der brutalen Gewalt im Lager hilflos ausgeliefert und viele Kinder zudem sexuell geschändet. Dieses ist die Realität. Eine Realität, die sich sicherlich über den Bildschirm nicht so hart ansieht, eine Realität, die Staatssekretäre und Beamte sicherlich gut hinter trockenen Zahlen kaschieren können, damit es der Seele nicht zu nahe geht.

Nein, da muss man Verständnis dafür haben, dass die künftigen Wahlergebnisse in Deutschland eine höhere Priorität besitzen, als ein paar nutzlose Menschenleben. Und dann sind da ja auch noch die Kollegen Hartliner in den anderen EU-Staaten, die bitteschön nicht mit Flüchtlingen belästigt werden wollen.

Dann ist es doch wesentlich einfacher die Kinder und Ihre Eltern ihrem Schicksal zu überlassen. Sollen sie doch in der Hölle verrecken, mit Griechenland und der Türkei werden wir uns schon einig. Schön weit weg vom eigenen Land und dem eigenem Zuhause:

Hurra, wir haben wieder eine Endlösung!

Shame on you!

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