“Sie hassen uns und wollen uns besiegen”

Wer kritisch berichtet, bleibt draußen: Die AfD-Jugend verweigert der Zeitung “taz” die Akkreditierung für ihren Bundeskongress.

Die AfD-Jugendorganisation “Junge Alternative” verweigert der “taz” die Akkreditierung für ihren Bundeskongress am kommenden Wochenende in Magdeburg. Das machte die in Berlin erscheinende Zeitung am Donnerstag in ihrem Hausblog publik. Andere Medien sind dagegen zugelassen. “Hintergrund scheinen Kommentare der zuständigen taz-Korrespondentin zu sein, die der JA nicht gefallen”, teilt die “taz” mit. “Das zeigt, welch schwieriges Verhältnis zur Pressefreiheit JA und AfD haben”, sagt deren stellvertretende Chefredakteurin Barbara Junge.

In der Vergangenheit hatte die AfD immer wieder bestimmte Journalisten von grundsätzlich öffentlichen Parteiveranstaltungen ausgeschlossen. Beispielsweise wurde bei einem Kongress der europäischen ENF-Fraktion, zu der auch die AfD gehört, im Januar 2017 allen “GEZ-Medien” die Teilnahme verwehrt.

Die “taz” zitiert aus einer SMS von Damian Lohr, der Bundesvorsitzender der “Jungen Alternative” ist. Die JA werbe demnach für einen fairen Umgang mit allen Medien, die an einer objektiven Berichterstattung interessiert seien , argumentiert der JA-Chef. “Wenn man in seinen Texten jedoch davon spricht, eine Partei besiegen zu müssen, es dazu alle Kräfte der Demokraten bräuchte und man somit suggeriert, wir seien antidemokratisch, dann ist diese Grundlage nicht gegeben.”

“Man kann sie für gefährlich halten”

Eine Tagesspiegel-Anfrage zur Ausladung der “taz” ließ die AfD zunächst unbeantwortet. Der JA-Bundesvorsitzende Lohr schrieb auf Twitter: “Es ist amüsant: Man kommt direkt mit der Keule ,Pressefreiheit’. Wenn eine Zeitung uns besiegen will, dann sehen wir nicht das Interesse an einer objektiven Berichterstattung. Man muss uns nicht mögen aber andere eher linke Medien schaffen es doch auch mit der Objektivität.” Der “taz”-Korrespondentin Sabine am Orde warf er vor: “Sie hassen uns und wollen uns besiegen. Dürfen sie auch gerne, aber dann brauchen sie sich nicht wundern wenn ihnen die notwendige Objektivität nicht zugesprochen wird.”

Bild: Molgreen20140925 xl taz–Die-Tageszeitung-Shop-Rudi-Berlin-Dutschke-Strasse-25-9384CC BY-SA 4.0

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.