Staatsstreichorchester erweitert Todesliste und konkretisiert Vorhaben

Anetta Kahane (Vorsitzende der Amadeu-Antonio-Stiftung, links auf dem Titelbild), Martina Renner (Die Linke, mittig auf dem Titelbild) und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (Antisemitismus-Beauftragte NRW, rechts auf dem Titelbild) sind die Zugänge auf der Todesliste des Staatsstreichorchesters, wie die Neonazis heute per Email verlauten ließen.

Neben den verschiedenen Links, wie man auf die Todesliste und die Mordaufrufe zugreifen kann, wenden sich die Neonazis auch direkt an die drei “Neuen”.

Typischer Sprachgebrauch, verstörender Inhalt

Diese E-Mail richtet sich jedoch nicht nur an euch drei linksgrünversiffte Drecksschlampen, die man am besten so schnell es geht hinrichten sollte, sondern auch an den Bimbo-Botschafter Eritreas.
Schwarzhäute haben wir nichts zu suchen und gehören entweder aufs Feld, die Plantage oder als Sklaven geschändet zu werden.
Was passieren kann, wenn man einen Neger aus seiner natürlichen Umgebung, einem Käfig, in den Großstadtdschungel lässt, hat man vor wenigen Tagen sehen können.
Das sind keine Menschen, sondern Tiere und so soll man sie auch behandeln, sie jagen und ausrotten, genau wie Juden, Moslems, Zigeuner und den ganzen anderen Dreck, den man nicht gründlich genug vergast hatte.

Staatsstreichorchester in seiner Email vom 02.08.2019

Hierbei handelt es sich um den typischen Sprachgebrauch dieser rechtsextremistischen Bande. Wenn es sich dadurch beinahe schon wieder wie ein schlechter Scherz anhört, sollte man diese Emails dennoch tunlichst ernst nehmen. In und hinter den Zeilen steckt eine eindeutige Gefahr.

Vor allem ist es besonders schlimm zu wissen, dass diese Zeilen auch auf dankbare Abnehmer in den rechtsextremistischen Welten stoßen. Hunderte, wenn nicht tausende, stumpf gewaltbereiter Rechtsextremisten lesen diese Aufrufe im Darknet, so dass sich die wirkliche Gefahr hinter diesen Zeilen vertausendfacht. Im Grunde genommen wird jeder Rechtsextremist somit zum potentiellen Mörder, der in dem suggerierten Wissen, er würde “seinem” Land etwas gutes tun, jederzeit explodieren kann.

Liebe Sabine

Die Rechtsextremisten wenden sich aber auch direkt an Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. In der heutigen Email heißt es unter anderem:

Liebe Sabine,
was genau bezweckst du mit deinem Gastbeitrag im SPIEGEL?
Etwa dass unsere Freunde, Kameraden und Kollegen gegen sich selbst ermitteln?
Nein, vielmehr solltest auch du dich darauf einstellen, dass wir jedem, der dich entsorgen möchte, finanziell unter die Arme greifen werden, genau wie jedem, der andere von unserer Todesliste entfernt und Platz für neue schafft.

Staatsstreichorchester in seiner Email vom 02.08.2019

Leutheusser-Schnarrenberger hat in Spiegel Online am 28. Juli einen Gastbeitrag unter dem Titel “Hetze schlägt in Terror um” veröffentlicht. Diesen empfehlen wir ausdrücklich als Lektüre.

Vorhaben konkretisiert

Das Staatsstreichorchester plant nach eigenen Angaben eine Art Belohnungssystem für Rechtsextremisten. Die Rechtsextremisten berichten, dass jeder, der jemanden von der Todesliste ermordet als Belohnung eine fünfstellige Summe erhalte. Die Summe wird mit 10.000 bis 25.000 Euro beziffert.

Nach eigenen Angaben sammelt man bereits fleißig Spenden und hätte bereits durch private Gönner eine Summe von 100.000 Euro sammeln können.

Natürlich kann sich auch jeder unserer Freunde, Kameraden und Kollegen eigene Ziele aussuchen und wir veröffentlichen die Todesanzeigen dann auf unserer Plattform.

Staatsstreichorchester in seiner Email vom 02.08.2019

Ernst zunehmende Bedrohung

So krude sich auch manche Texte und Gedanken anhören, so sehr kann man aber nur davor warnen diese Drohungen nicht ernst zu nehmen. Das Darknet ist eine ideale Plattform für die Rechtsextremisten. Doch das Darknet ist auch kein dunkles, verschlossenes und nicht zu findendes Verließ im World Wide Web.

Man kann nur hoffen, dass derzeit die Ermittlungen schnell genug voran gehen. Eines sollte mittlerweile jeder Verstanden haben. Dieses ist keine Einzelperson, dieses ist definitiv ein Netzwerk. Aber alles andere ist auch nur reine Spekulation. Wir wissen einfach noch zu wenig.

Was passiert eigentlich mit den Emails die wir vom Staatsstreichorchester bekommen?

Frank Schurgast ist nicht der einzige Empfänger dieser Emails. Diese erhalten unter anderem auch alle großen Nachrichtenblätter in Deutschland, sowie Parteien und Institutionen. Was alle eint: Der Kampf gegen Rechts. Jeder auf seine Art uns Weise.

Für uns können wir nur sagen, dass von der ersten empfangenen Email bis zur heutigen letzten Email ausnahmslos alle an den Staatsschutz weitergeleitet werden. Wir wissen um die Wichtigkeit dieser Informationen und kooperieren daher auch gerne mit dem Staatsschutz in dieser Frage.

Frank Schurgast

Bild: Frank Schurgast

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