Thüringens Verfassungsschutz-Chef zu Halle: Wir haben davor gewarnt, dass es jederzeit passieren kann

Berlin/Ganderkesee (ots/fs) – Der Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes, Stephan Kramer, warnt vor Rechtsextremismus in der Gamer-Szene im Internet. Teile der Szene seien eine Plattform für Rechtsextremisten.

Um sich zu vernetzen und um sich gegenseitig in ihrem Hass zu bestärken, zu messen und zu motivieren. Alles vom Sofa zu Hause aus.

Der Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes Stephan Kramer im Interview mit dem Berliner “Tagesspiegel” (Montagausgabe)

Der mit einer Helmkamera ausgerüstete Attentäter von Halle, Stephan Balliet, war in Gamer-Plattform “Twitch” aktiv und hatte über sie seinen Anschlag live übertragen. Eine wichtige Rolle für Rechtsxtremisten in der Gamer-Szene nähmen “Shooter-Spiele” ein, sagte Kramer.

Hier entsteht für den entsprechenden Personenkreis, durch die Mischung von Hass, Gewalt, Maskulinität und Sexualität, ein Treibhaus zur Befriedigung und weiteren Radikalisierung.

Der Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes Stephan Kramer im Interview mit dem Berliner “Tagesspiegel” (Montagausgabe)

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Kramer selbst, ehemals Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland und einziger jüdischer Verfassungsschutzchef, wird von Antisemiten bedroht.

Als Jude und Chef einer Sicherheitsbehörde bin ich gleich doppelt das Ziel von Hass und Hetze. Auch ich spüre, wie viele andere Politiker, Behördenvertreter und politisch Engagierte, dass Gewaltandrohungen und Anfeindungen immer brutaler werden und mehr zum Alltag gehören. Ich kontrolliere jetzt regelmäßig die Radmuttern an meinem Wagen.

Der Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes Stephan Kramer im Interview mit dem Berliner “Tagesspiegel” (Montagausgabe)

Bild: thueringen.de

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