3. April 2020

Colorful Germany

Für ein buntes Deutschland

TV-Tipp: “Nochmal Deutschboden – Meine Rückkehr in die brandenburgische Provinz”

Foto: ARD/Herby Sachs

München/Ganderkesee (ots/fs) – Moritz von Uslar “Nochmal Deutschboden” Zehdenick ist eine Kleinstadt im Norden von Berlin. Hier zieht die Havel unaufgeregt als kleines Flüsschen ihren Lauf durch die Mark Brandenburg. Die Menschen im Städtchen haben in den letzten Jahrzehnten alle Regungen und Bewegungen die die Zeitgeschichte bereithielt miterlebt; von der Implosion der DDR, der Arbeitslosigkeit, der Migrationskrise und dem Auftauchen der AfD als Partei. Könnte man aus ihren Leben herauslesen, was der sogenannte Kitt der Gesellschaft in einer Ostdeutschen Kleinstadt ist?

Der Reporter Moritz von Uslar hat sich im Jahr 2019, knapp 10 Jahre nach seinem ersten Besuch in Zehdenick, wiederum für einige Monate in der Kleinstadt einquartiert. Seine Reportage “Nochmal Deutschboden – Meine Rückkehr in die brandenburgische Provinz” erzählt von täglichem Rassismus und auch von Solidarität und Menschlichkeit. Autor: Jens-Uwe Korsowsky.

Shut down im Kulturbetrieb

Die Buchmesse: abgesagt. Konzert der Berliner Philharmoniker: vor leerem Haus, genau wie bei James Blunt in der Elbphilharmonie. Lesungen in Buchhandlungen finden nicht statt, Ausstellungen in der Akademie der Künste werden verschoben, Museen schließen. Der Karneval der Kulturen in Berlin: gestrichen. Der deutsche Kulturbetrieb hat sich in Quarantäne begeben. Künstler, Autoren, Verlage, kleine und große Theater stehen vor massiven Einkommensverlusten. Die Corona-Krise ist dabei, sich zur größten Existenzkrise der deutschen Nachkriegsgeschichte auszuweiten. Welche Folgen das hat für die Künstler und das Publikum, erörtert “ttt” mit dem Präsidenten des Deutschen Bühnenvereins Ulrich Khuon und mit dem Soziologen Heinz Bude, dessen Essay “Gesellschaft der Angst” bereits 2014 beschrieb, wie der Mensch im “Schwelbrand der Verunsicherung” unterzugehen droht. Autor: Rayk Wieland.

John Grisham “Die Wächter”

Jedes Jahr und – laut New York Times – “so verlässlich wie der Sonnenaufgang” liefert John Grisham der Welt einen neuen Gerichts-Thriller. In “Die Wächter”, dem jetzt bei uns erscheinenden Grisham von 2020, geht es erneut um die noch immer von Rassismus geprägte Rechtspraxis in den USA, um unschuldig Verurteilte und engagiert für Recht und Gerechtigkeit kämpfende Anwälte. Er schickt seinen Helden Cullen Post, einen Anwalt und Priester, quer durch die USA und lässt ihn im Ringen um Gerechtigkeit ein von Rassenhass und Besitzstandswahrung zerrissenes Land erleben. Grisham – früher selbst Strafverteidiger und heute aktiv im New Yorker “Innocence Project”, das immer wieder zu Unrecht Verurteilte aus den Zellen holt – gewährte “ttt” eines seiner ganz seltenen Interviews. Autor: Andreas Lueg.

Der Fotograf Karl Lagerfeld und sein Werk Karl Lagerfeld hat auch fotografiert

Den Tag verbrachte er im Modestudio und drumherum, nachmittags und abends aber liebte er es, zu fotografieren. Dabei wurde meist im Studio gearbeitet, aber man zog auch einfach mit einem Assistenten durch Paris. Was Lagerfeld als Fotograf hinterlässt, ist jetzt erstmals in einer großen Retrospektive im Museum Moritzburg Halle zu sehen. Wie zu erwarten, ist das Fotowerk des Karl Lagerfeld sehr vielseitig. Auf der einen Seite stehen die schönen Models und Inszenierungen mit ihnen, auf der anderen Fotos, die die kühle Sachlichkeit der 20er Jahre heraufbeschwören. Lagerfeld sagte manchmal, es gebe da schon ein Hauptthema, aber das sei nicht seine Sache, darüber zu reden. Was also macht den gefeierten Modedesigner Karl Lagerfeld als Fotografen aus? Das Museum Moritzburg versucht eine Antwort: Karl Lagerfeld. Fotografie, Die Retrospektive, 08.03.2020 – 23.08.2020 in der Moritzburg Halle Autor: Meinhard Michael.

“STERN111” – Lutz Seilers neuer Roman

Nach dem Erfolg des Hiddensee-Romans “Kruso” hat Lutz Seiler nun einen neuen Roman veröffentlicht. “Stern 111” heißt er, genau wie das DDR-Radiogerät, ein Empfänger von Wellen, wenn man so will, aus einer sehr besonderen Zeit. Auch Kruso wird kurz wieder auftauchen, wenn auch nur als – nicht ganz unwichtiger – Cameo. Diesmal beschreibt Seiler die Zeit unmittelbar nach der Wende. Er führt die Geschichte in zwei großen Erzählbögen fort – in einem Roadtrip, der seine Bahn um den halben Erdball zieht, und in einem Berlin-Roman, der uns die ersten Tage einer neuen Welt vor Augen führt.

Und ganz nebenbei wird die Geschichte einer Familie erzählt, die der Herbst ’89 sprengt und die nun versuchen muss, neu zueinander zu finden. Einer der Haupthandlungsorte ist – wie in “Kruso” – eine Kneipe, die es auch in der Wirklichkeit gab. Auch hier hatte der Autor tatsächlich eine Weile gearbeitet: die “Assel” in der Berliner Oranienburger Straße. In gewisser Weise wird auch die “Assel” im Roman wieder eine Insel, eine Insel im Meer der Zeit, auf der kurzzeitig eine Utopie aufleuchtet wie Gold, obwohl ringsum alles Schrott und Verfall ist. “Stern 111” ist der Roman, den Seiler schon vor 10 Jahren schreiben wollte. Aus einem Unterkapitel entsprang dann doch zunächst “Kruso”. Nun hat Seiler es vollendet – und es ist eine wilde Reise durch eine wilde Zeit. “ttt” hat Lutz Seiler im Hinterhof der einstigen “Assel” getroffen und mit ihm über seinen neuen Roman gesprochen. Autor: Dennis Wagner

Sendetermin

Durch die Sendung führt wie immer Max Moor.

  • “ttt” – titel, thesen, temperamente”(MDR) am Sonntag, 15. März 2020 um 23:05 Uhr

AfD

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Gegen Rechte und Nazis

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Rassismus

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