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TV-Tipp: Rabiat: Rechte. Rock. Rattenfänger

Bremen/Ganderkesee (ots/fs) – Der Macht der Musik in der rechten Szene widmet sich die Radio Bremen-Reportage “Rabiat: Rechte. Rock. Rattenfänger” von Manuel Möglich und Dennis Leiffels. Warum lassen sich Menschen durch Rockmusik mit rechtsextremem und neonazistischem Gedankengut verführen? Maximilian gehörte zu ihnen und meldete einst selbst rechte Demos an – heute schaut er auf seine Zeit in dieser Welt zurück.


ARD/RB RABIAT: RECHTE. ROCK. RATTENFÄNGER, am Montag (25.05.20) um 22:45 Uhr im ERSTEN. Eine rechte Tätowierung spiegelt die Vergangenheit von Maximilian wieder. Ein anderes ist bereits übertätowiert. Weglasern lassen will er sie nicht. Das sei feige, sagt er. Er könne seine Vergangenheit nicht ungeschehen machen und müsse dazu stehen. /Foto: © Radio Bremen/Ilhan Coskun

Zu sehen ist die Reportage am Montag, 25.5., 22.45 Uhr im Ersten und Sonntag, 24.5., ab 18 Uhr in der ARD Mediathek.


ARD/RB RABIAT: RECHTE. ROCK. RATTENFÄNGER, am Montag (25.05.20) um 22:45 Uhr im ERSTEN. Reporter Dennis Leiffels (links im Bild) auf dem Rechtsrockfestival „Schild und Schwert“, kurz „SS“, in Ostritz. Erwünscht ist er hier nicht. / Foto: © Radio Bremen/Luca Schmitt-Walz

Maximilian lebt in Braunschweig, er ist jung, tätowiert und produziert Inhalte für den Social Media-Account des lokalen Basketballvereins. Auf den ersten Blick wirkt Maximilian total normal, sympathisch. Allerdings begann das Leben, das Maximilian heute führt, erst 2015, nach seinem Austritt aus der rechten Szene. Rechtsrock war für ihn der erste Berührungspunkt mit einer Welt, mit der er heute nichts mehr zu tun haben will. Die rechte Musikszene ist für viele die “Einstiegsdroge” auf dem Weg in Richtung Rechtsextremismus.


ARD/RB RABIAT: RECHTE. ROCK. RATTENFÄNGER, am Montag (25.05.20) um 22:45 Uhr im ERSTEN. Shirts wie dieses – auf dem Schild und Schwert Festival keine Seltenheit. / Foto: © Radio Bremen/Luca Schmitt-Walz

Nicht nur das, rechtsextremistische Bands spielen eine wichtige Rolle für die Finanzierung der heutigen Nazi-Szene. So unterstützte das seit 2000 verbotene, neonazistische Band-Netzwerk “Blood and Honour” unter anderem die Anschläge des NSU, indem sie z. B. Geld für Waffen zur Verfügung stellten. Nach wie vor finden in ganz Europa regelmäßig Neonazi-Konzerte statt.


ARD/RB RABIAT: RECHTE. ROCK. RATTENFÄNGER, am Montag (25.05.20) um 22:45 Uhr im ERSTEN. Reporter Dennis Leiffels (links im Bild) unterhält sich mit Besuchern des Festivals. / Foto: © Radio Bremen/Luca Schmitt-Walz

Die Reporter Dennis Leiffels und Manuel Möglich nähern sich in “Rabiat: Rechte. Rock. Rattenfänger” der Rechtsrock-Szene an. Sie besuchen das in Ostritz stattfindende Festival “Schild und Schwert” (kurz “SS”). Was sind das für Menschen, die hier gemeinsam feiern? Und wie ist das für das ostsächsische Dorf, wenn sich einmal im Jahr militante Neonazis hier versammeln?


ARD/RB RABIAT: RECHTE. ROCK. RATTENFÄNGER, am Montag (25.05.20) um 22:45 Uhr im ERSTEN. Reporter Dennis Leiffels trifft in Braunschweig einen ehemaligen Neonazi. Maximilian Kelm war fünf Jahre lang Teil der Szene und gründete die „Nationalisten Braunschweig“, heute ist er ein komplett anderer Mensch, sagt er. / Foto: © Radio Bremen/Ilhan Coskun

Stabliste

  • Buch/Regie: Manuel Möglich, Dennis Leiffels
  • Kamera: Ilhan Coskun, Luca Schmitt-Walz
  • Schnitt: Danny Breuker
  • Produktionsleitung: Christoph Dohne, Michael Kappler
  • Producer: Christian Tipke
  • Redaktion: Thomas von Bötticher (Radio Bremen)
  • Eine Produktion der Sendefähig GmbH im Auftrag von Radio Bremen für Das Erste © 2020

ARD/RB RABIAT: RECHTE. ROCK. RATTENFÄNGER, am Montag (25.05.20) um 22:45 Uhr im ERSTEN. Ex-Neonazi Maximilian Kelm im Gespräch mit Gästen eines Cafés. Ihnen erzählt er spontan von seiner rechten Vergangenheit. Die älteren Damen reagieren gelassen. Eine zweite Chance hätte er auf jeden Fall verdient. / Foto: © Radio Bremen/Ilhan Coskun

Rabiat – das junge Reportageformat von Radio Bremen

Das Reportageformat “Rabiat” im Ersten gibt jungen Reporterinnen und Reportern die Möglichkeit, ihre Geschichte für ein großes Fernsehpublikum zu erzählen. Die Autorinnen und Autoren veröffentlichen ihre Reportagen seit 2016 als “Y-Kollektiv” für funk, das Contentnetzwerk von ARD und ZDF. Sie sind preisgekrönt, nominiert, auffällig. Journalistinnen und Journalisten mit Haltung und Tiefgang im On, die auch mal voll in die Kamera sprechen, gehören zum Konzept. Der Fokus richtet sich auf die teilnehmende Beobachtung, das Kennenlernen, das Erleben. In drei neuen Reportagen, die ab dem 11. Mai 2020 montags im Ersten laufen, sind sie ganz nah dran: Die Macherinnen und Macher stoßen Zuschauerinnen und Zuschauern mit ihrer subjektiven Erzählweise auch mal vor den Kopf. Sie bauen Klischees in den Filmen auf, um sie postwendend zu brechen. Neue Sichtweisen sollen sich eröffnen. Die Filme wollen, sollen, ja sie müssen polarisieren, denn das macht gute Geschichten aus.

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