30. Mai 2020

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TV-Tipp: Warum wir hassen – Steven-Spielberg-Produktion in ZDF und ZDFinfo

Warum hassen wir? Neue Doku-Reihe nimmt eine der ursprünglichsten Emotionen in den Fokus. Nutzungsdauer bis 26.12.2019 / Nutzung des Bildes nur in Verbindung mit der Sendung inkl. Social Media / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7840 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/ZDF/Getty Images/M.S. Bennett"

Mainz/Ganderkesee (ots/fs) – Warum hassen wir? Was lässt Menschen ihre Menschlichkeit verlieren? Die von Steven Spielberg und Alex Gibney produzierte sechsteilige Doku-Reihe “Warum wir hassen” untersucht eine der ursprünglichsten Emotionen der Menschheit.

Anhand neuester Erkenntnisse aus der Verhaltens- und Sozialforschung, illustriert durch Beispiele aus Politik und Alltag, geht es um drei zentrale Fragen: Woher kommt Hass? Wie verbreitet er sich? Und wie lässt sich seine zerstörerische Kraft eindämmen? Im ZDF ist am Dienstag, 12. November 2019, 20.15 Uhr, die Dokumentation über Extremismus zu sehen. Alle sechs Folgen der Reihe sendet ZDFinfo zwischen dem 10. und 18. November 2019. Zum Start am Sonntag, 10. November 2019, 20.15 Uhr, stehen die zwei Folgen “Ursprung” und “Fremde” auf dem Programm.

“Warum wir hassen” ist ein Panorama der Geschichte des Hasses und seiner Auswirkungen auf den Einzelnen und die Gesellschaft. In der Extremismus-Dokumentation im ZDF und in ZDFinfo erklärt Konflikt-Forscherin Sasha Havlicek, wie Rassismus, religiöser Eifer oder nationalistischer Wahn entstehen können. Was bringt Menschen dazu, sich hasserfüllten Ideologien anzuschließen und gegen Andersdenkende mit Gewalt vorzugehen? Wie rekrutieren extremistische Bewegungen wie der IS neue Anhänger, und welche Rolle spielt die Sprache von populistischen Politikern bei der Radikalisierung breiter Schichten bis hin zu sogenannten Hassmorden?

Die Doku-Reihe “Warum wir hassen” wurde von Star-Regisseur Steven Spielberg produziert. / Bild: ZDF und image press agency/ddp/sipa/Xavier Collin

Die im ZDF ausgestrahlte Dokumentation ist am selben Abend um 22.30 Uhr auch in ZDFinfo zu sehen – als vierte Folge der Reihe. Jede der sechs Folgen, die ZDFinfo sendet, geht einem speziellen Aspekt nach: dem evolutionären Ursprung von Hass, der Wahrnehmung von anderen als Fremden, der Wirkung von Propaganda, dem Abgleiten in Extremismus, der Eskalation bis zum Völkermord und schließlich der Hoffnung auf ein besseres Selbst.

Inhalte der einzelnen Folgen

Warum wir hassen – Ursprung

In der Folge “Ursprung” untersucht der Anthropologe Brian Hare die Anfänge des Hasses in der Evolution und seine Ausprägungen in der Gegenwart. Sein Forschungsgegenstand sind unterschiedliche Bonobo- und Schimpansen-Populationen.

Ist Hass ein angeborenes Element des Menschseins, oder sind Menschen fähig, zu lernen und den Hass zu überwinden? Bereits Kleinkinder haben einen Sinn dafür, was richtig und was falsch ist. Trotzdem entwickeln sich einige Menschen zu eiskalten Massenmördern.

Zitate aus der Folge “Ursprung”

Für Schimpansen ist aggressives Verhalten wichtig, um Überlegenheit herzustellen und die Kontrolle zu behalten.

Vanessa Woods, Forschungskollegin und Ehefrau von Brian Hare
NPD-Anhänger während einer Demonstration in Berlin im Dezember 2001. / Bild: ZDF und image press agency/ddp/sipa/Xavier Collin

Ein junger Mann erlangt schnell seine volle physische Kraft und einen Begriff von der Welt und einen Begriff von Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit. Aber der präfrontale Cortex, der Bereich des Gehirns, der es uns ermöglicht, künftige Folgen abzuwägen, was uns auf eine Art Weisheit verleiht, hat sich noch nicht völlig entwickelt.

David Eagleman, Neurowissenschaftler

Auch wenn wir uns dahingehend entwickelt haben, Bedrohungen wahrzunehmen, Hass zu empfinden, der entsetzliche Gewalttätigkeit ermöglicht, heißt das nicht, dass wir in dieser entwicklungsgeschichtlichen Reaktion gefangen sind. Wir können uns auf unsere guten Wesenszüge besinnen, wir können den Hass verlernen.

Brian Hare, evolutionärer Anthropologe

Warum wir hassen – Fremde

In der Folge “Fremde” untersucht die Psychologin Laurie Santos, warum Menschen polarisieren und was sie dazu bringt, andere zu hassen, weil sie nicht der eigenen Gruppe angehören. Warum teilen viele die Welt überhaupt in “wir” und “sie”?

Menschen urteilen und handeln auf der Basis der Wahrnehmung des anderen. Aufgrund von Herkunft, Religion, politischer Zugehörigkeit oder sozialer Prägung leiten viele ab, wer “zu uns” gehört und wer nicht. Wissenschaftliche Untersuchungen und Experimente zeigen, dass die extreme Polarisierung zwischen unterschiedlichen Lagern überall auf der Welt eine Kommunikation auf der Grundlage von Fakten nahezu unmöglich macht. Ob Demokraten und Republikaner in den USA oder Israelis und Palästinenser im Nahen Osten: Jede Seite sieht sich als Opfer der anderen. Dabei ist das menschliche Hirn durchaus in der Lage, Wahrnehmungen zu differenzieren und zu entscheiden, ob man Fremden als Freund gegenübertreten will.

Zitate aus der Folge “Fremde”

Warum identifizieren sich erwachsene Männer so stark mit ihrem Verein? Ihr Gefühl, zu einer Gruppe zu gehören, bereichert ihr Leben, führt aber auch zu Hass und manchmal zu Gewalt.

Laurie Santos, Kognitionspsychologin

Fußballfans verbindet die gleiche starke Empfindung wie Menschen, die zusammen an der Front gewesen sind. Wir glauben, dass das mit der Psychologie der Verwandtschaft zusammenhängt, die für uns in früher Vorzeit lebenswichtig war, als wir noch in enger Gemeinschaft in kleinen Gruppen zusammenlebten.

Martha Newson, Kognitive Anthropologin

Facebook sollte eigentlich eine befreiende Plattform sein, aber es hat die schlimmsten menschlichen Regungen entfesselt.

Max Fisher, Journalist

Warum wir hassen – Propaganda

In der Folge “Propaganda” untersucht der Journalist Jelani Cobb, wie Hass instrumentalisiert wird. Gezielte Falschinformationen und Hetze können Menschen dazu bringen, ganze Bevölkerungsgruppen als “Untermenschen” zu sehen und mit brutaler Gewalt gegen sie vorzugehen.

Politische Führer überall auf der Welt nutzten und nutzen diese Mechanismen, um das Denken und das Handeln der jeweiligen Bevölkerung zu manipulieren.

Gewaltsame Szene am Rande einer “Alt-Right”-Demonstration in Portland, USA, 2019. / Bild: ZDF und image press agency/ddp/sipa/Xavier Collin

Zitate aus der Folge “Propaganda”

Die Macht von Propaganda ist tückisch: Sie beeinflusst nicht nur unser Denken, sie kann uns auch zu Handlungen drängen.

Jelani Cobb, Journalist

Sobald wir eine Gruppe von Leuten als weniger menschlich betrachten als uns selbst, wird es sehr viel leichter, sie unfair zu behandeln und sogar Gewalt gegen sie auszuüben.

Nour Kteily, Sozialpsychologe

Überall auf der Welt spannen solche Politiker Hass-Techniken dafür ein, Uneinigkeit und Intoleranz zu schüren. Unsere Hoffnung auf eine friedliche Koexistenz hängt von unserer Bereitschaft ab, die Bedrohung ernst zu nehmen –und vor allem von unserer Bereitschaft, kritisch zu denken.

Jelani Cobb, Journalist

Warum wir hassen – Extremismus

In der Folge “Extremismus” erklärt Konflikt-Forscherin Sasha Havlicek, wie Rassismus, religiöser Eifer oder nationalistischer Wahn entstehen können. Was bringt Menschen dazu, sich hasserfüllten Ideologien anzuschließen und gegen Andersdenkende mit Gewalt vorzugehen?

Wie rekrutieren extreme Bewegungen wie der IS neue Anhänger, und welche Rolle spielt die Sprache von populistischen Politikern bei der Radikalisierung breiter Schichten bis hin zu sogenannten Hassmorden?

Zitate aus der Folge “Extremismus”

Wir arbeiten daran, Radikalisierungsprozesse in ihrer ganzen Tiefe zu verstehen, aber auch, wie Menschen sich aus diesen Bewegungen wieder lösen können.

Sasha Havlicek, Extremismus-Forscherin

Sie haben neu verpackt, was wir in den 90ern verkauft haben: Furcht neu verpackt, Hass neu verpackt. Das sind Leute, die sich fürchten, die Angst haben, und die werden wild um sich schlagen, und genau jetzt kann das nicht anders enden als in Gewalt.

Frank Meeink, früherer “White Supremacy”-Skinhead, heute im Einsatz gegen Hass

Trump hat als Kandidat ihre Angst vor Veränderung instrumentalisiert. In Trump sahen sie jemanden, der eine Pro-Weiße-Agenda vorantreiben würde – und so ist es ja auch gekommen.

Brian Levin, Direktor des “Center for the Study of Hate and Extremism”

Warum wir hassen – Völkermord

In der Folge “Völkermord” untersucht die Juristin Patricia Viseur Sellers die Rollen der Anführer sowie die der Mittäter und Mitläufer bei Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Sellers zeigt aber auch, warum es immer Menschen gibt, die dem Hass widerstehen.

Was lässt den einen seine Menschlichkeit verlieren und den anderen an ihr festhalten? Jeder Völkermord hat seine Vorgeschichte. Wie bringen politische Führer ihre Anhänger dazu, die schrecklichsten Gräuel zu begehen? Völkermord ist kein spontanes Phänomen. Es muss geplant, organisiert und in den Köpfen der Ausführenden als selbstverständlich verankert werden. Sind alle Menschen dazu fähig? Oder gibt es eine Wahl, sich den menschenverachtenden Mechanismen zu entziehen?

Zitate aus der Folge “Völkermord”

Bei der Untersuchung dieser Fälle versuche ich immer herauszufinden, warum sich Menschen an Aktionen beteiligen, die hassenswert, böse, zerstörerisch und monströs sind.

Patricia Viseur Sellers, Juristin für internationales Recht und Sonderberaterin am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag

Man muss kein geborener Mörder sein, um sich an einem Völkermord zu beteiligen. Eine Erziehung zum Bösen kann Hass verstärken und ihn gesellschaftlich akzeptabel machen. Doch Menschen sind für ihre Taten selbst verantwortlich.

Robert Jay Lifton, Psychiater

Wenn wir uns am Völkermord beteiligen, vernichten wir nicht nur die Opfer, sondern zerstören unsere eigene Menschlichkeit.

Patricia Viseur Sellers, Juristin
Ein Anhänger der rechtsradikalen “Alt Right”-Bewegung zeigt in Portland, USA, im August 2019 einem farbigen Gegen-Demonstranten den Mittelfinger. / Bild: ZDF und image press agency/ddp/sipa/Xavier Collin

Warum wir hassen – Hoffnung

In der Folge “Hoffnung” zeigt Neurowissenschaftler Emile Bruneau Strategien auf, wie die Fähigkeit zu kritischem Denken, Dialog und Empathie gestärkt werden können, um Menschen zu helfen, dem Hass zu widerstehen.

Wie lässt sich Menschlichkeit bewahren und wie kann man die Folgen des Hasses überwinden? Die Geschichte ist eine Abfolge von Kriegen, Völkermorden und religiösen Konflikten bis hin zur Verfolgung Andersdenkender. Und doch gab es immer wieder Beispiele für eine Versöhnung zwischen ehemaligen Todfeinden. Es ist also nicht unmöglich, den scheinbar endlosen Kreislauf aus Hass und Gewalt aufzubrechen.

Zitate aus der Folge “Hoffnung”

Ich habe mir die Aufgabe gestellt herauszufinden, welche systematischen Ansatzpunkte es braucht, um Sichtweisen zu verändern und die Haltung ‘Wir gegen die’ zu überwinden.

Emile Bruneau, Neurowissenschaftler

Wenn sich Menschen über ihre Denkweise klarwerden, können sie dann selbstregulierend eingreifen, um diese psychologischen Tendenzen (Rückfall in Vorurteile der Vergangenheit) zu korrigieren?

Thierry Cruvellier, Journalist

Meditation kann nicht nur helfen, mit der subjektiven Empfindung von Stress, Furcht und Wut umzugehen. Wenn Achtsamkeit dabei helfen kann, deine Gefühle zu kontrollieren, dann könnte diese Methode auch helfen, deine Streitsucht zu dämpfen.

Richard J. Davidson, Neurowissenschaftler

Die Sendetermine der Reihe “Warum wir hassen” in ZDFinfo in der Übersicht

Sonntag, 10. November 2019

  • 20.15 Uhr: Warum wir hassen – Ursprung
  • 21.00 Uhr: Warum wir hassen – Fremde

Montag, 11. November 2019, 20.15 Uhr

  • Warum wir hassen – Propaganda

Dienstag, 12. November 2019, 22.30 Uhr

  • Warum wir hassen – Extremismus

Mittwoch, 13. November 2019, 20.15 Uhr

  • Warum wir hassen – Völkermord

Montag, 18. November 2019, 20.15 Uhr:

  • Warum wir hassen – Hoffnung

Dienstag, 19. November 2019

  • ZDFinfo sendet von 14.15 bis 18.45 Uhr alle sechs Folgen von “Warum wir hassen” im Block.

AfD

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CDU/CSU/JU

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Homophobie

Migration

NPD

Rassismus

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