Was Deutschland nicht braucht: AfD in der “New York Times”

„Forderungen der Rechtsaußen-Partei beunruhigen Künstler in Deutschland“ – unter dieser Überschrift hat sich jetzt auch die „New York Times“ mit der Kulturpolitik der baden-württembergischen AfD beschäftigt.

Die baden-württembergische AfD hat es mit ihrer Kulturpolitik jetzt in die „New York Times“ geschafft. In ihrer Ausgabe vom vergangenen Freitag widmet sich die wichtigste Zeitung der Welt der umstrittenen AfD-Anfrage, deren Ziel es war, die Nationalitäten der am Stuttgarter Staatstheater beschäftigten Künstler zu ermitteln – unsere Zeitung hat ausführlich darüber berichtet. Unter der Überschrift „Forderungen der Rechtsaußen-Partei beunruhigen Künstler in Deutschland“ untersucht der umfassende Beitrag, ausgehend von Baden-Württemberg, die gesamte, vom Chef-Ideologen Marc Jongen gesteuerte Kulturpolitik der AfD.

Elliott Carlton Hines, Bariton / Bild: www.elliottcarltonhines.com

Als einer der Kronzeugen gegen die Rechtspopulisten wird Elliott Carlton Hines zitiert, der aus Texas stammende Bariton der Stuttgarter Oper. Die AfD-Anfrage habe ihn nervös gemacht, heißt es in dem Artikel. „Man muss sich fragen, warum sie diese Frage stellen“, sagt Hines und gibt eine Antwort: „Ihr Ziel ist es, die Künstler zu verunsichern und ihnen zu sagen: Warum müsst ihr hierher kommen und uns die Jobs wegnehmen?“ Auch den Chef von Hines, den Geschäftsführenden Intendanten des Staatstheaters, lässt der eigens für die Reportage nach Stuttgart geflogene Journalist zu Wort kommen: „Die Anfrage an sich“, so Marc-Oliver Hendriks, „ist schon wirkungsvoll, weil sie die Künstler nervös macht.“ Und Petra Olschowski, Staatssekretärin im Wissenschafts- und Kunstministerium, ergänzt, dass sie von der Forderung, die Nationalitäten der Künstler offen zu legen, „geschockt“ gewesen sei: Der Ton werde schärfer, das Selbstbewusstsein der AfD steige – und sollte, fügt Olschowski hinzu, die AfD je das einschlägige Ministerium in einem der Bundesländer übernehmen, rechne sie umgehend mit massiven Interventionen durch die Partei, beispielsweise der Schließung ganzer Kulturstätten.

Titelbild: NiemanLab

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