Weidel fordert Verbot von Vollverschleierung und Kopftuch

Zum Leidwesen aller Demokraten meldet sich heute wieder Alice Weidel zu Wort. Hass und Hetze sind uns wieder sicher. In diesem Fall fordert sie wieder einmal ein Verbot der Vollverschleierung. Sie blickt damit auf das seit heute geltende Burka-Verbot in allen öffentlichen Einrichtungen in den Niederlanden.

Für Weidel, so vertritt sie es in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung, steht fest, dass schon alleine aus Gründen der Sicherheit ein menschliches Gesicht in der Öffentlichkeit erkennbar ist.

Bekannte Argumente

Ja, diese Argumentation kennt man bereits. Schließlich wird das Thema schon länger in Deutschland kontrovers diskutiert. Und Gott sei Dank benötigen wir hierzu auch keine rechtsextremistische Partei die nur Hass und Hetze verbreiten kann, unsere Demokratie zersetzen will und stets rassistisch argumentiert.

Der Autor dieses Artikels wird hier nun auch nicht auf das Für und Wieder der Vollverschleierung eingehen, denn diese Diskussion muss nach ethischen, religiösen und moralischen Gesichtspunkten unter Demokraten geführt werden. Der Autor möchte aber darauf hinweisen, was passiert, wenn man mit der AfD eine solche Diskussion führen wollte.

Der AfD und Alice Weidel geht es in erster Linie gar nicht so sehr um ein Burka-Verbot. Es geht ihr um etwas ganz anderes. Ganz nebenbei lässt Weidel im Interview folgenden Satz fallen:

Hier darf es keinerlei Verschleierung und Kopftücher geben.

Alice Weidel gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung (Donnerstag-Ausgabe)

Nicht nur ein Verbot der Vollverschleierung, sondern auch des Kopftuches

Und jetzt kann man Tacheles reden. Obwohl sich Weidel wie eine giftige Schlange drum herum gewunden hat, kommt sie zum Punkt. Keine Kopftücher im öffentlichen Raum. Das heißt nichts anderes, als das wer sein Kopftuch nicht in der Öffentlichkeit ablegt, hat auch keine Arbeitsberechtigung mehr laut der AfD. Eine moslemische Sachbearbeiterin beim Amt darf kein Kopftuch mehr tragen. Meine türkische Bäckereifachverkäuferin von nebenan, welche übrigens mehr Ahnung vom deutschen Schwarzbrot hat als manch deutsche Verkäuferin, darf mich nicht mehr mit Kopftuch bedienen. Eine Busfahrerin mit Kopftuch geht gar nicht mehr. Und erst meine Apothekerin in unserem Dorf: Um Himmels Willen.

Die rechtsextremistische AfD kann alle Kopftuchträgerinnen somit gleich für Vogelfrei erklären, nein, Alice Weidel hat es mit diesem Satz auch getan. Es ist eher schon ein Aufruf zu Gewalttaten gegenüber Kopftuchträgerinnen. Die Neonazi-Dumpfbacken warten nur auf solche Freibriefe. Und Weidel sowie die gesamte AfD weiß es natürlich.

Apartheid zwischen Männern und Frauen

Auch wenn Alice Weidel am Ende ihren Standpunkt versucht zu erklären, wird es nur noch schlimmer. Dann spricht sie von der Apartheid zwischen Männern und Frauen durch Vollverschleierung und Kopftuch. Man könne nicht mehr auf Augenhöhe kommunizieren. Und die Frau werde degradiert.

Vielleicht sollte man Frau Weidel einmal sagen, dass die Degradierung von Menschen das Tagesgeschäft der AfD ist. Ein Kopftuch hingegen degradiert keine Frau. Eine moslemische Apothekerin aus der Türkei bedient mich genauso gut wie Ihre kopftuchlosen Kolleginnen. Das, was Frauen wirklich degradiert ist, dass es rechtsextremistische Frauen wie Alice Weidel gibt.

Frank Schurgast

Bild: Dian A. Yudianto auf Pixabay 

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.